Aktienmarktzyklen und Börsencrashs seit 1871

Die letzten großen Markteinbrüche (gemessen anhand des S&P 500), die mit den Baissejahren 2000 bis 2002 sowie dem von der Finanzkrise 2008/2009 ausgelösten Crash vergleichbar waren, fanden in den 70er Jahren statt. Vom Hochpunkt im Dezember 1968 verlor der Aktienmarkt bis Juni 1970 rund 29%. Danach folgte bis Januar 1973 ein etwa zweieinhalbjähriger Anstieg in Höhe von 57%, bevor der Markt in den kommenden zwei Jahren bis Dezember 1974 mit einem Minus von 43% noch stärker einbrach. Anschließend folgte wieder eine starke Erholung, abermals von 57%, die 21 Monate andauerte und erst im September 1976 endete. Danach war die Zeit der großen Einbrüche am Aktienmarkt erst einmal vorüber. Im allgemein bekannten Börsencrash von 1987 lag der Marktrückgang bei 34%. Dieser wurde aber sehr schnell wieder aufgeholt.

Ähnlichkeiten zwischen den Entwicklungen der 70er Jahre und dem Markteinbruch nach der Jahrtausendwende sind nicht zu übersehen. Genau wie in den 1990er Jahren, fand auch in den 1960ern eine starke Haussebewegung statt (die Übertreibung zum Jahrtausendwechsel war ungleich stärker). Der Kursrückgang im Zeitraum März 2000 bis Oktober 2002 in Höhe von 49% ist mit dem 43%-tigen Rückgang der Jahre 1973 und 1974 vergleichbar. Der Börsencrash im Zuge der Finanzkrise 2008/2009 fiel mit einem Kursverlust von 57% gegenüber dem im Oktober 2007 erreichten Höchststand sogar noch heftiger aus. Auch vor diesem Crash erlebte die Börse einen starken Anstieg. So hatte sich der Aktienmarkt in den fünf Jahren vor Ausbruch der Finanzkrise von seinen Tiefstständen im Oktober 2002 glatt verdoppelt.

Der große Börsencrash von 1929 ereignete sich ebenfalls, nachdem die Aktienkurse über einen Zeitraum von insgesamt acht Jahren unaufhörlich angestiegen sind. Die Folge war ein erster schrecklicher Kurssturz im September 1929, der am 13. November 1929 sein vorläufiges Ende fand. Nachdem sich die Aktienkurse gegen Jahresende erholten, begann der eigentliche Abschwung im April 1930 und erreichte seinen absoluten Tiefpunkt erst im Juni 1932. Damit führte dieser Börsencrash nicht nur zu Verlusten in Höhe von 85%, sondern bereitete – zusammen mit einigen anderen Faktoren – auch den Boden für die anschließende Weltwirtschaftskrise.

Tabelle: Aktienmarktzyklen und Börsencrashs

  • Von Januar 1871 bis November 1980 monatliche Durchschnittskurse Cowles Commission und Standard & Poor´s Composite Stock Price Series [Quelle: Security Analysis – Benjamin Graham / David Dodd]
  • Seit August 1982 exakte Hoch- und Tiefpunkte des Standard & Poor´s 500