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Aktionärsbrief Berkshire Hathaway 2001 - Teil 2

Außerdem werde ich auch weiterhin mehr als 99 % meines Nettovermögens in Berkshire halten. Meine Frau und ich haben noch niemals eine Aktie verkauft, und wir beabsichtigen das auch nicht. Charlie und mich entsetzt die in den letzten Jahren so normal gewordene Situation, daß Aktionäre Milliarden verlieren, während Vorstände, Gründer und andere Führungskräfte, die diese Desaster zu verantworten haben, sich mit außerordentlichem Reichtum verabschieden. Tatsächlich haben viele dieser Leute Investoren zum Aktienkauf gedrängt, gleichzeitig aber ihre eigenen Aktien abgestoßen und dies teilweise verschleiert. Zu ihrer Schande sehen diese Wirtschaftsführer Aktionäre als Melkkühe, nicht als Partner.

Obwohl Enron das Symbol für den Mißbrauch von Aktionären wurde, gibt es keinen Rückgang von schlechter Führung in der sonstigen USA AG. Eine Story, die ich gehört habe, zeigt die weit verbreitete Einstellung von Managern gegenüber Eigentümern: Eine phantastische Frau schleicht sich auf einer Party zu einem CEO und schnurrt durch feuchte Lippen: „Ich mache alles - alles - was du willst. Sag mir einfach, was du willst.“ Ohne zu zögern antwortet er: „Bewerten Sie meine Optionen neu.“

Ein letzter Gedanke über Berkshire: In der Zukunft wird es uns nicht gelingen, nahe an unsere vergangenen Ergebnisse heranzukommen. Natürlich werden Charlie und ich für eine überdurchschnittliche Performance kämpfen und nicht mit weniger zufrieden sein. Aber zwei Bedingungen für Berkshire sind weit von dem entfernt, was sie mal waren: Damals konnten wir oft Unternehmungen und Aktien zu niedrigeren Bewertungen kaufen als es heute der Fall ist; und was noch wichtiger ist, wir arbeiteten damals mit deutlich weniger Geld als heute. Vor einigen Jahren konnte ein guter 10-Millionen-Dollar-Deal für uns Wunder bewirken (betrachten Sie nur unser Investment in Washington Post in 1973 oder GEICO in 1976). Heute würde die Kombination von zehn solcher Ideen und ein dreifacher Wert bei jedem von ihnen den Nettowert von Berkshire nur um 0,25 % erhöhen. Wir brauchen heute „Elefanten“, um signifikante Gewinne zu machen - und sie sind schwer zu finden.

Positiv ist, daß wir die beste Gruppe von aktiven Managern in unseren Unternehmen haben (Sie können über viele von ihnen in einem neuen Buch von Robert P. Miles: „The Warren Buffett CEO“ lesen). Darüber hinaus führen sie größtenteils Geschäfte mit guten bis erstklassigen wirtschaftlichen Eigenschaften. Fähigkeiten, Energie und Loyalität dieser Manager sind einfach außerordentlich. Wir haben jetzt 37 Jahre Berkshire abgeschlossen, ohne daß sich ein CEO eines operativen Geschäftes dazu entschlossen hat, uns zu verlassen, um anderswo zu arbeiten.

Unsere mit Stars gespickte Gruppe wuchs in 2001. Zunächst schlossen wir den Kauf von zwei Unternehmen ab, die wir in 2000 beschlossen hatten - Shaw and Johns Manville. Dann erwarben wir zwei andere, MiTek und XTRA, und vereinbarten, zwei weitere zu kaufen: Larson-Juhl, eine Erwerbung, die gerade getätigt wurde und Fruit of the Loom, die bald getätigt wird, wenn die Gläubiger unserem Angebot zustimmen. Alle diese Unternehmen werden von klugen, erfahrenen und vertrauenswürdigen CEO’s geführt.

Hinzu kommt, daß alle unsere Erwerbungen des letzten Jahres bar bezahlt wurden, d.h. unsere Aktionäre sind Eigentümer dieser zusätzlichen Unternehmen geworden, ohne daß ihr Anteil an den feinen Gesellschaften, die ihnen bereits gehörten, verwässert wurde. Wir werden weiterhin unserer vertrauten Formel folgen, für die Wertsteigerung unser exzellenten Firmen, die wir haben, zu kämpfen und neue Unternehmen von ähnlicher Qualität hinzuzufügen, und dabei neue Aktien nur ungern auszugeben.

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