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Akquisitionen in 2001
Ein paar Tage vor unserer
letztjährigen Hauptversammlung erhielt ich ein schweres Paket aus
St. Louis mit einem unansehnlichen Metallklumpen, dessen Funktion ich
mir nicht vorstellen konnte. Das Paket enthielt einen Brief von Gene
Toombs, CEO einer Firma na-mens MiTek. Er erklärte, daß
MiTek der weltmarktführende Hersteller dieses Dings, das ich
erhalten hatte, sei, einer „Verbindungsplatte“, die bei der Herstellung
von Materialien zum Dachdecken zum Einsatz kommt. Gene schrieb auch,
daß die britische Muttergesellschaft von MiTek die Gesellschaft
verkaufen wolle und daß ihm Berkshire als der ideale Käufer
erscheine. Da mir der Ton des Briefes gefiel, rief ich Gene an. Es
dauerte nur eine Minute, bis ich sah, daß Gene unsere Art von
Manager war und MiTek unsere Art von Geschäft. Wir machten dem
britischen Eigentümer ein Bar-Angebot und kamen schnell zum
Abschluß.
Genes Management-Team ist
von der Gesellschaft sehr begeistert und wollte an dem Erwerb
teilhaben. Deswegen ermöglichten wir 55 Mitarbeiten von MiTek, 10
% der Gesellschaft zu kaufen, wobei jeder mindestens $ 100.000 bar
bezahlte. Viele liehen sich Geld, um mitmachen zu können.
Alle diese Manager sind
echte Eigentümer. Das wären sie nicht, wenn sie Optionen
hätten. Sie müssen sich sowohl den positiven als auch den
negativen Seiten von Entscheidungen stellen. Sie laden Kapitalkosten
auf sich. Und sie können ihre Anteile nicht neu bewerten: Was sie
gezahlt haben, damit leben sie.
Charlie und ich lieben die
hochwertige, wirklich unternehmerische Einstellung bei MiTek, und wir
sind sicher, daß alle Beteiligten davon profitieren werden.
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Anfang 2000 gab mein Freund
Julian Robertson bekannt, daß er seine Investment-Partnerschaft
Tiger Fund beenden und mit Ausnahme von vier großen Positionen
komplett liquidieren wollte. Eine hiervon war XTRA, ein führender
Leasinggeber von LKW-Anhängern. Ich rief daraufhin Julian an, ob
er es in Erwägung zieht, seinen XTRA-Anteil zu verkaufen, oder ob
XTRA’s Management ein Angebot für die ganze Firma
begrüßen würde. Julian verwies mich an Lew Rubin,
XTRA’s CEO. Er und ich hatten eine nette Unterhaltung, aber es war
offensichtlich, daß es nicht zu einem Geschäft kommen sollte.
Im Juni 2001 rief Julian
dann an, um zu sagen, daß er sich entschieden habe, seine
XTRA-Aktien zu verkaufen, und ich nahm die Gespräche mit Lew
wieder auf. Der Aufsichtsrat von XTRA akzeptierte ein Angebot von uns,
das durch ein Abfindungsangebot bis zum 11. September durchgeführt
wurde. Die Angebotsbedingungen beinhalteten die übliche
„Notbremse“, die es uns erlaubte, das Angebot zurückzuziehen, wenn
sich der Aktienmarkt zu schlecht entwickeln würde. Während
des 11. durchlebte Lew ein Wechselbad der Gefühle: Erst war der
Aufenthalt seines im World Trade Centers arbeitenden Schwiegersohnes
unbekannt, dann wußte er, daß wir die Option hatten, unser
Angebot zurückzuziehen. Die Geschichte endete glücklich:
Lew’s Schwiegersohn entging größerem Schaden, und Berkshire
machte den Deal.
Das Leasing von
Anhängern ist ein zyklisches Geschäft, aber eines, in dem wir
in absehbarer Zeit ordentliche Erträge erwirtschaften sollten. Lew
bringt eine neue Begabung zu Berkshire, und wir hoffen, das
Leasinggeschäft ausbauen zu können.
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Am 3. Dezember rief mich
Craig Ponzio an, der Eigentümer von Larson-Juhl, dem
amerikanischen Marktführer für maßgefertigte
Bilderrahmen. Craig hatte die Firma 1981 gekauft (nachdem er
während seiner Studienzeit erst in ihrer Fabrik gearbeitet hatte)
und danach den Umsatz von $ 3 Millionen auf $ 300 Millionen gesteigert.
Obwohl ich vor Craigs Anruf noch niemals von Larson-Juhl gehört
hatte, reichte ein Gespräch von wenigen Minu-ten, um mich positiv
bezüglich eines Deals zu stimmen. Er war gradlinig im Beschreiben
des Geschäftes, realistisch im Preis und es war ihm wichtig, wer
der Käufer war. Zwei Tage später kamen Craig und Steve
McKenzie, sein CEO, nach Omaha, und nach 90 Minuten hatten wir eine
Einigung. Nach zehn Tagen war der Vertrag unterschrieben.
Larson-Juhl beliefert ca.
18.000 Rahmenläden in den USA und ist auch der Marktführer in
Kanada und weiten Teilen Europas. Wir sehen Möglichkeiten für
zukünftige ergänzende Akquisitionen.
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Während ich diesen
Brief schreibe, prüfen die Gläubiger ein Angebot, das wir
für Fruit of the Loom abgegeben haben. Die Gesellschaft meldete
vor ein paar Jahren Insolvenz an, ein Opfer sowohl zu hoher Schulden
als auch eines schlechten Managements. Und, eine ganze Reihe von Jahren
davor, hatte ich ein paar eigene Erlebnisse mit Fruit of the Loom.
Im August 1955 war ich
einer von fünf Beschäftigten (einschließlich zweier
Sekretärinnen), die für drei Manager der New Yorker
Investmentfirma Graham-Newman Corporation arbeiteten. Graham-Newman
kontrollierte Philadelphia and Reading Coal and Iron („P&R“), einen
Antrazitproduzenten mit einem Übermaß an Bargeld, einem
steuerlichen Verlust-vortrag und einem zurückgehenden
Geschäft. Zur damaligen Zeit hatte ich einen wesent-lichen Teil
meines begrenzten Vermögens im Vertrauen auf den
Geschäftssinn meiner Bosse Ben Graham, Jerry Newman und Howard
(Micky) Newman in P&R-Aktien investiert.
Dieses Vertrauen wurde
belohnt, als P&R die Union Underwear Company von John Goldfarb
für $ 15 Millionen kaufte. Union stellte damals Fruit of the Loom
Unterwäsche her (obwohl es damals nur ein Lizenznehmer des Namens
war). Die Gesellschaft besaß $ 5 Millionen in bar - davon $ 2,5
Millionen, die P&R für den Kauf bezahlte - und verdiente vor
Steuern $ 3 Millionen, Gewinne, die durch die Steuersituation bei
P&R geschützt waren. Und: Volle $ 9 Millionen der
verbleibenden $ 12,5 Millionen Kaufpreis wurden durch zinslose Anleihen
gezahlt, zahlbar aus der Hälfte aller Gewinne der Union über
$ 1 Million (das waren noch Zeiten: Ich werde verrückt, wenn ich
nur an solche Deals denke).
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