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Aber das ist nur so, wenn
das Offensichtliche gleichsam explosionsartig auftritt, durch
lächerliche Angebote, Gewinnmanipulation, kettenbriefartige
Werbung für Aktien und einem Sammelsurium anderer
widerwärtiger Aktivitäten. Wenn Aktien fallen, treten diese
Sünden zutage und treffen Investoren mit Verlusten, die in
Hunderte von Milliarden gehen können. Von Gerichten, die
entscheiden, ob diese Verluste von kleinen Investoren oder großen
Versicherungsunternehmen getragen werden sollen, kann erwartet werden,
daß sie Versicherer mit Entscheidungen treffen, die in fast
keinem Verhältnis zu denen aus den Tagen des Bullenmarktes stehen.
Selbst ein großes Urteil kann außerdem
Versicherungsleistungen verursachen, die in späteren Fällen
wie Pilze aus dem Boden schießen. Folgerichtig, kann die korrekte
Prämie für D&O „Exzesse“ (das bedeutet, der Versicherer
oder Rückversicherer zahlt Leistungen über einer hohen
Schwelle), wenn sie auf Offensichtlichkeit basiert, durchaus fünf
Mal so hoch sein wie die Prämie, die die Erfahrung vorschreibt.
Es war für Versicherer
immer kostenträchtig, neue offensichtliche Fakten zu ignorieren.
Im Falle des Terrorismus allerdings hätte dies die Branche in den
Ruin treiben können. Niemand kennt die Wahrscheinlichkeit einer
nuklearen Explosion in einer großen Metropole in diesem Jahr
(oder sogar mehrere Explosionen, unterstellt daß eine
terroristische Organisation, die fähig ist, eine Bombe zu
konstruieren, dort nicht Halt macht). Ebenso wenig kann jemand mit
Sicherheit die Wahrscheinlichkeit abschätzen, daß in diesem
Jahr oder einem anderen, tödliche biologische oder chemische
Mittel in großen Bürogebäuden oder Fabriken freigesetzt
werden (sagen wir durch Ventilatoren). Ein Angriff dieser Art
würde astronomische Ansprüche der Berufstätigen
begründen.
Dies ist, was wir wissen:
(a) Die Wahrscheinlichkeit
solcher irrsinnigen Katastrophen - obwohl gegenwärtig ziemlich
gering - ist nicht Null.
(b) Die
Wahrscheinlichkeiten nehmen in einem unregelmäßigen und
nicht zu messenden Ausmaß zu, wie Wissen und Material denjenigen
verfügbar wird, die uns übel wollen. Die Angst mag mit der
Zeit zurückgehen, aber nicht die Gefahr - der Krieg gegen den
Terrorismus kann niemals gewonnen werden. Das beste, was die Nation
erreichen kann, ist eine lange Folge von Pattsituationen. Es kann
keinen Sieg gegen eine Hydra geben.
(c) Bis heute haben
Versicherer und Rückversicherer die finanziellen Konsequenzen aus
den von mir beschriebenen unkalkulierbaren Risiken nicht wirklich
angenommen
(d) Unter einem
„close-to-worst-case“ Szenario, welches durchaus Schäden in
Höhe von $ 1 Billion beinhalten könnte, würde die
Versicherungsindustrie vernichtet werden, es sei denn, sie schafft es
auf irgendeine Weise, die Übernahme von Terrorismusrisiken
dramatisch zu begrenzen. Nur die Regierung der Vereinigten Staaten hat
die Ressourcen, einen solchen Schlag zu verdauen. Wenn sie dazu auf
einer zukünftigen Basis nicht bereit ist, muß die
Bevölkerung ihre eigenen Risiken tragen und auf eine Rettung durch
die Regierung hoffen, nachdem ein Desaster passiert ist.
Warum, mögen Sie
fragen, habe ich die o.g. Fakten nicht vor dem 11. September
wahrgenommen? Leider lautet die Antwort, daß ich es getan habe -
aber ich habe es nicht in die Praxis umgesetzt. Ich verletzte Noah’s
Regel: Vorhergesagter Regen zählt nicht; Archen bauen schon.
Folglich habe ich Berkshire auf einem gefährlichen Risikolevel
operieren lassen - besonders bei General Re. Es tut mir leid, sagen zu
müssen, daß sich viel Risiko, das noch nicht kompensiert
ist, noch immer in unseren Büchern befindet, aber es läuft
eines Tages aus.
Es sollte beachtet werden,
daß wir bei Berkshire einige Jahre bereit waren, mehr Risiken zu
tragen als es jeder andere Versicherer bewußt getan hat. Wir sind
absolut bereit, $ 2 bis 2,5 Milliarden in einem einzigen Ereignis (so
wie wir es am 11. September getan haben) zu verlieren, wenn wir
angemessen für das übernommene Risiko, das den Verlust
verursacht hat, bezahlt werden (und in diesem Fall wurden wir es nicht).
Tatsächlich haben wir
durch unsere Akzeptanz für äußerst hohe Risiken einen
wichtigen Wettbewerbsvorteil. Berkshire hat massive
Liquiditätsreserven, substantielle Einkünfte aus dem
Nicht-Versicherungsgeschäft, eine ausgezeichnete Steuersituation
und einen intelligenten Aktionärskreis, der Volatilität bei
den Ergebnissen akzeptiert. Diese einzigartige Kombination
ermöglicht es uns, Risiken zu übernehmen, die den Appetit
selbst unserer größten Wettbewerber deutlich
überschreitet. Über einen längeren Zeitraum sollte die
Versicherung dieser gewaltigen Risiken profitabel sein, obwohl es immer
wieder ein schreckliches Jahr geben wird.
Die heutige Grundlinie
sieht so aus, daß wir einige Risiken für terrorismusbedingte
Schäden einschließlich einiger davon unabhängiger
Policen mit sehr hohen Summen übernehmen. Aber wir werden
Berkshire nicht wissentlich größeren Verlusten aussetzen,
als wir bequem handhaben können. Wir werden unsere gesamten
Risiken kontrollieren, egal was die Konkurrenz macht.
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