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In 2001 waren wir in
Junk-Bonds etwas aktiver als üblicherweise. Wir sollten
unterstreichen, daß dies keine geeignete Anlageform für die
allgemeine Öffentlichkeit ist, weil diese Wertpapiere ihrem Namen
zu oft alle Ehre machen. Wir haben noch niemals einen gerade
aufgelegten Junk-Bond gekauft, die einzige Art von Junk-Bonds, in die
die meisten Anleger hineingedrängt werden. Wenn es auf diesem
Gebiet Verluste gibt, sind sie außerdem meistens desaströs:
Viele Emissionen enden bei einem Bruchteil ihres Emissionspreises, und
einige werden komplett wertlos.
Trotz dieser Gefahren
finden wir von Zeit zu Zeit einige wenige - einige sehr wenige -
Junk-Wertpapiere, die uns interessieren. Und bis jetzt hat unsere
50-jährige Erfahrung mit gefährdeten Schulden Erfolg gezeigt.
In unserem 1984er Geschäftsbericht beschrieben wir unseren Erwerb
von Anleihen des Washington Public Power System, als der Emittent in
Verruf kam. Über die Jahre sind wir bei anderen auftauchenden
Notlagen wie Chrysler Financial, Texaco und RJR Nabisco eingetreten -
die alle wieder in Glanz erblühten. Trotzdem haben wir immer,
solange wir in Junk-Bonds aktiv bleiben, von Zeit zu Zeit Verluste.
Gelegentlich führt uns
der Kauf von gefährdeten Anleihen in etwas Größeres. In
einem frühen Stadium der Insolvenz von Fruit of the Loom kauften
wir die öffentlichen und Bankschulden der Gesellschaft zu etwa 50
% des Nennwertes. Dies war eine ungewöhnliche Insolvenz, weil
Zinszahlungen auf Vorzugsanleihen ohne Unterbrechung weiter geleistet
wurden, was bedeutete, daß wir etwa 15 % aktuelle Rendite
erhielten. Unsere Bestände wuchsen auf 10 % von Fruit’s
Vorzugsanleihen, die uns wahrscheinlich 70 % des Nennwertes bringen
werden. Durch dieses Investment haben wir indirekt den Kaufpreis
für die ganze Gesellschaft um eine kleine Summe reduziert.
Ende 2000 begannen wir, die
Obligationen der FINOVA Gruppe, einer Finanzgesellschaft in
Schwierigkeiten, zu kaufen, und auch das führte uns zu einer
großen Transaktion. FINOVA hatte damals ausstehende Schulden von
$ 11 Milliarden, von denen wir 13 % zu etwa zwei Dritteln des
Nennwertes erwarben. Wir erwarteten, daß die Gesellschaft
insolvent wird, aber rechneten damit, daß die Liquidation ihrer
Aktiva den Gläubigern eine Quote sichern würde, die deutlich
über unserem Einstand liegen würde. Als sich Anfang 2001 die
Zahlungsunfähigkeit andeutete, taten wir uns mit der Leucadia
National Corporation zusammen, um der Gesellschaft einen fertig
geschnürten Plan für die Insolvenz vorzulegen.
Der Plan, der
anschließend modifiziert wurde (und ich vereinfache hier), sah
vor, daß den Gläubigern 70 % des Nennwertes (zusammen mit
den vollen Zinsen) in bar gezahlt werden sollte, und daß sie eine
neue 7,5 % Anleihe für die 30 % ihrer Ansprüche erhalten
sollten, die nicht bar gezahlt werden konnten. Um die Mittel für
die Auszahlung von FINOVA’s 70 % aufzubringen, gründeten Leucadia
und Berkshire eine gemeinschaftlich gehaltene Gesellschaft -
wohlklingend „Berkadia“ getauft - die sich über FleetBoston $ 5,6
Milliarden lieh und, im Gegenzug, diese Summe an FINOVA weiterverlieh
und dabei gleichzeitig einen bevorrechtigten Zugriff auf ihre Aktiva
erhielt. Berkshire bürgte für 90 % der Schulden von Berkadia
und garantierte an zweiter Stelle für die restlichen 10 %,
für die Leucadia an erster Stelle garantierte (habe ich schon
erwähnt, daß ich vereinfache?).
Zwischen den Zinsen, die
Berkadia auf ihre Kredite zahlt und dem, was es von FINOVA bekommt,
gibt es einen Spread von zwei Prozentpunkten, von dem 90 % an Berkshire
und 10 % an Leucadia fließt. Während ich dies schreibe, ist
jedes Darlehn auf $ 3,9 Milliarden zurückgezahlt worden.
Als Teil des
Insolvenzplans, der am 10. August 2001 genehmigt wurde, stimmte
Berkshire außerdem zu, 70 % des Nennwertes bis zu nominal $ 500
Millionen der $ 3,25 Milliarden der neuen 7,5 %-Anleihe, die von FINOVA
emittiert wurde, anzubieten (hiervon hatten wir bereits nominal $ 426,8
Millionen durch unseren 13 % Anteil an den ursprünglichen Schulden
erhalten). Unser Angebot, das bis zum 26. September 2001 befristet war,
konnte bei einer Vielzahl von Umständen zurückgezogen werden,
darunter eine, die eintrat, wenn die New York Stock Exchange
während der Angebotsfrist schließen würde. Als dies
tatsächlich in der Woche des 11. September eintrat, schlossen wir
prompt das Angebot.
Viele Kredite von FINOVA
hängen mit der Aktiva Luftfahrt zusammen, deren Werte sich durch
die Ereignisse vom 11. September signifikant verringert haben. Andere
Ansprüche, die die Gesellschaft besitzt, sind durch die
wirtschaftlichen Folgen der Anschläge dieses Tages gefährdet.
Deshalb sind FINOVA’s Aussichten nicht mehr so gut wie zu dem
Zeitpunkt, zu dem wir unser Angebot an das Insolvenzgericht abgaben.
Nichtsdestotrotz fühlen wir, daß diese Transaktion Berkshire
insgesamt befriedigen wird. Leucadia hat die operative Verantwortung
für FINOVA, und wir sind seit langem vom Geschäftssinn und
den Management-Fähigkeiten ihrer Schlüsselpersonen
beeindruckt.
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