Value Investing: Sichere Kapitalanlage mit Aktien


   Ranking-Hits


 

Aktionärsbrief Berkshire Hathaway 2001 - Teil 18

Wohltätige Spenden

Berkshire verfolgt eine höchst unübliche Politik bei der Vergabe von Spenden - aber es ist eine, von der Charlie und ich glauben, daß es sowohl die vernünftigste als auch die fairste gegenüber den Eigentümern ist.

Zunächst einmal lassen wir unsere operativen Tochtergesellschaften ihre eigenen Spendenentscheidungen treffen. Wir verlangen nur, daß die Manager bzw. Eigentümer, die diese einmal als selbständige Gesellschaften geführt haben, alle Spenden an ihre persönlichen Wohltätigkeitsorganisationen aus ihrem eigenen Geld bestreiten statt aus Mitteln der Gesellschaft. Wenn unsere Manager Gelder der Gesellschaften nutzen, vertrauen wir Ihnen, daß sie Geschenke in einer Art und Weise machen, die den Geschäften, die sie managen, angemessen meßbaren oder nicht-meßbaren Nutzen bringen. Im letzten Jahr betrugen die Spenden von Berkshire’s Tochtergesellschaften insgesamt $ 19,2 Millionen.

Bei der Muttergesellschaft geben wir keine Spenden mit Ausnahme derjenigen, die von Aktionären bestimmt werden. Wir geben kein Geld für die gleichen Organisationen, für die Direktoren oder Angestellte spenden, noch spenden wir an die Lieblingsempfänger der Buffetts oder der Mungers. Allerdings hatten einige unserer Töchter, noch bevor wir sie kauften, Zusatzprogramme für Spenden durch die Angestellten, und wir fahren gut damit, sie fortzusetzen: Es ist nicht unser Stil, an erfolgreichen Unternehmenskulturen herumzupfuschen.

Um die Spendenwünsche unserer Eigentümer durchzuführen, informieren wir in jedem Jahr die eingetragenen Aktionäre von A-Aktien (die A’s repräsentieren 86,6 % unseres Aktienkapitals) über eine Summe pro Aktie, die sie uns anweisen können, an bis zu drei Empfänger zu spenden. Die Aktionäre nennen den Empfänger, Berkshire unterschreibt den Scheck. Jede Organisation, die die Bedingungen des US-Einkommensteuergesetzes erfüllt, kann von den Aktionären bedacht werden. Im letzten Jahr spendete Berkshire $ 16,7 Millionen auf Anweisung von 5.700 Aktionären, die 3.550 Organisationen als Empfänger nannten. Seit wir dieses Programm gestartet haben, summierten sich die Gaben der Aktionäre auf $ 181 Millionen.

Die meisten Publikumsgesellschaften vermeiden Gaben an religiöse Institutionen. Diese sind jedoch die beliebtesten Empfänger unserer Aktionäre, die im letzten Jahr 437 Kirchen und Synagogen benannt haben, um Spenden zu erhalten. Zusätzlich waren 790 Schulen Empfänger. Einige unserer größeren Aktionäre, einschließlich Charlie und mir, bestimmen ihre persönlichen Stiftungen zu Empfängern, so daß diese Einrichtungen ihre Auszahlungen immer wieder weit streuen können.

Ich erhalte jede Woche einige Briefe, die Berkshire dafür kritisieren, an Planned Parenthood zu spenden. Diese Briefe werden üblicherweise von einer Organisation veranlaßt, die gerne einen Boykott von Berkshire-Produkten sehen würde. Die Briefe sind unverändert höflich und aufrichtig, aber ihre Verfasser sind sich des entscheidenden Punktes nicht bewußt: Es ist nicht Berkshire, sondern es sind die Eigentümer, die über die Spenden entscheiden - und diese Eigentümer haben so unterschiedliche Auffassungen, wie Sie sich nur vorstellen können. Zum Beispiel stehen sie vermutlich im selben Verhältnis auf beiden Seiten des Abtreibungsthemas wie die amerikanische Bevölkerung. Wir folgen ihren Anweisungen, ob sie Planned Parenthood oder Metro Right to Life begünstigen, solange die Spende die Regel 501©(3) passiert. Es ist wie eine Dividende, die wir zahlen, und die der Aktionär dann spendet. Jedoch spart unsere Form der Auszahlung mehr Steuern.

Weder beim Einkauf von Gütern noch bei der Einstellung von Personal achten wir auf religiöse Ansichten, das Geschlecht, die Rasse oder die sexuelle Orientierung der Personen, mit denen wir es zu tun haben. Es wäre nicht nur falsch, so zu handeln, es wäre idiotisch. Wir brauchen alle Begabungen, die wir finden können, und wir haben gelernt, daß fähige und vertrauenswürdige Manager, Angestellte und Lieferanten aus einem sehr weiten Spektrum der Menschheit kommen.

* * * * * * * *

Um an zukünftigen Spendenprogrammen teilnehmen zu können, müssen Sie Aktien der Klasse A besitzen, die auf den Namen des gegenwärtigen Besitzers eingetragen sind, nicht auf den Namen eines Bevollmächtigten wie Banken, Broker oder Verwahrer. Aktien, die so nicht am 31. August 2002 registriert sind, können nicht am Programm für 2002 teilnehmen. Wenn Sie das Spendenformular von uns erhalten, geben Sie es umgehend zurück. Gaben, die uns nach unserem Termin erreichen, können nicht vergeben werden.

  » Weiter zu Teil 19 - Berkshire Hathaway Aktionärsbrief 2001
    « Zurück zu Teil 17 - Berkshire Hathaway Aktionärsbrief 2001





   


Letzte Aktualisierung: 08. Juli 2007 · Startseite · Sitemap · Impressum


   


Google