|
Wohltätige Spenden
Berkshire verfolgt eine
höchst unübliche Politik bei der Vergabe von Spenden - aber
es ist eine, von der Charlie und ich glauben, daß es sowohl die
vernünftigste als auch die fairste gegenüber den
Eigentümern ist.
Zunächst einmal lassen
wir unsere operativen Tochtergesellschaften ihre eigenen
Spendenentscheidungen treffen. Wir verlangen nur, daß die Manager
bzw. Eigentümer, die diese einmal als selbständige
Gesellschaften geführt haben, alle Spenden an ihre
persönlichen Wohltätigkeitsorganisationen aus ihrem eigenen
Geld bestreiten statt aus Mitteln der Gesellschaft. Wenn unsere Manager
Gelder der Gesellschaften nutzen, vertrauen wir Ihnen, daß sie
Geschenke in einer Art und Weise machen, die den Geschäften, die
sie managen, angemessen meßbaren oder nicht-meßbaren Nutzen
bringen. Im letzten Jahr betrugen die Spenden von Berkshire’s
Tochtergesellschaften insgesamt $ 19,2 Millionen.
Bei der Muttergesellschaft
geben wir keine Spenden mit Ausnahme derjenigen, die von
Aktionären bestimmt werden. Wir geben kein Geld für die
gleichen Organisationen, für die Direktoren oder Angestellte
spenden, noch spenden wir an die Lieblingsempfänger der Buffetts
oder der Mungers. Allerdings hatten einige unserer Töchter, noch
bevor wir sie kauften, Zusatzprogramme für Spenden durch die
Angestellten, und wir fahren gut damit, sie fortzusetzen: Es ist nicht
unser Stil, an erfolgreichen Unternehmenskulturen herumzupfuschen.
Um die Spendenwünsche
unserer Eigentümer durchzuführen, informieren wir in jedem
Jahr die eingetragenen Aktionäre von A-Aktien (die A’s
repräsentieren 86,6 % unseres Aktienkapitals) über eine Summe
pro Aktie, die sie uns anweisen können, an bis zu drei
Empfänger zu spenden. Die Aktionäre nennen den
Empfänger, Berkshire unterschreibt den Scheck. Jede Organisation,
die die Bedingungen des US-Einkommensteuergesetzes erfüllt, kann
von den Aktionären bedacht werden. Im letzten Jahr spendete
Berkshire $ 16,7 Millionen auf Anweisung von 5.700 Aktionären, die
3.550 Organisationen als Empfänger nannten. Seit wir dieses
Programm gestartet haben, summierten sich die Gaben der Aktionäre
auf $ 181 Millionen.
Die meisten
Publikumsgesellschaften vermeiden Gaben an religiöse
Institutionen. Diese sind jedoch die beliebtesten Empfänger
unserer Aktionäre, die im letzten Jahr 437 Kirchen und Synagogen
benannt haben, um Spenden zu erhalten. Zusätzlich waren 790
Schulen Empfänger. Einige unserer größeren
Aktionäre, einschließlich Charlie und mir, bestimmen ihre
persönlichen Stiftungen zu Empfängern, so daß diese
Einrichtungen ihre Auszahlungen immer wieder weit streuen können.
Ich erhalte jede Woche
einige Briefe, die Berkshire dafür kritisieren, an Planned
Parenthood zu spenden. Diese Briefe werden üblicherweise von einer
Organisation veranlaßt, die gerne einen Boykott von
Berkshire-Produkten sehen würde. Die Briefe sind unverändert
höflich und aufrichtig, aber ihre Verfasser sind sich des
entscheidenden Punktes nicht bewußt: Es ist nicht Berkshire,
sondern es sind die Eigentümer, die über die Spenden
entscheiden - und diese Eigentümer haben so unterschiedliche
Auffassungen, wie Sie sich nur vorstellen können. Zum Beispiel
stehen sie vermutlich im selben Verhältnis auf beiden Seiten des
Abtreibungsthemas wie die amerikanische Bevölkerung. Wir folgen
ihren Anweisungen, ob sie Planned Parenthood oder Metro Right to Life
begünstigen, solange die Spende die Regel 501©(3) passiert.
Es ist wie eine Dividende, die wir zahlen, und die der Aktionär
dann spendet. Jedoch spart unsere Form der Auszahlung mehr Steuern.
Weder beim Einkauf von
Gütern noch bei der Einstellung von Personal achten wir auf
religiöse Ansichten, das Geschlecht, die Rasse oder die sexuelle
Orientierung der Personen, mit denen wir es zu tun haben. Es wäre
nicht nur falsch, so zu handeln, es wäre idiotisch. Wir brauchen
alle Begabungen, die wir finden können, und wir haben gelernt,
daß fähige und vertrauenswürdige Manager, Angestellte
und Lieferanten aus einem sehr weiten Spektrum der Menschheit kommen.
* * * * * * * *
Um an zukünftigen
Spendenprogrammen teilnehmen zu können, müssen Sie Aktien der
Klasse A besitzen, die auf den Namen des gegenwärtigen Besitzers
eingetragen sind, nicht auf den Namen eines Bevollmächtigten wie
Banken, Broker oder Verwahrer. Aktien, die so nicht am 31. August 2002
registriert sind, können nicht am Programm für 2002
teilnehmen. Wenn Sie das Spendenformular von uns erhalten, geben Sie es
umgehend zurück. Gaben, die uns nach unserem Termin erreichen,
können nicht vergeben werden.
»
Weiter
zu Teil 19 - Berkshire Hathaway Aktionärsbrief 2001
« Zurück
zu Teil 17 - Berkshire Hathaway Aktionärsbrief 2001

|