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Der grundlegende Vorteil
unserer vier Fragen ist, daß sie vorbeugend wirken. Wenn die
Wirtschaftsprüfer erst einmal wissen, daß der
Buchprüfungs-Ausschuß sie auffordert, Handlungen des
Managements positiv zu bestätigen, statt sie lediglich
hinzunehmen, werden sie Untaten bereits früh im Prozeß
widerstehen, lange bevor fadenscheinige Zahlen fester Bestandteil der
Bücher des Unternehmens werden. Angst vor den Anwälten des
Klägers wird dafür sorgen.
* * * * *
Die Chicago Tribune brachte
im letzten September eine vierteilige Serie über Arthur Andersen,
die hervorragend illustrierte, wie Bilanzierungsstandards und die
Qualität von Wirtschaftsprüfern in den letzten Jahren
ausgehöhlt wurden. Vor ein paar Jahrzehnten war die Meinung eines
Arthur Andersen Prüfers der Goldstandard der Berufsgruppe.
Innerhalb der Firma bestand eine elitäre Professional Standards
Group (PSG) auf ehrlicher Berichterstattung, egal welchen Druck es
durch den Kunden gab. An diesen Prinzipien festhaltend, bezog die PSG
1992 Stellung, daß die Kosten von Aktienoptionen als Aufwand
ausgewiesen werden sollten, was sie ja auch klar sind. Die Position der
PSG wurde jedoch von den „einflußreichen“ Partnern von Andersen
umgekehrt, die wußten, was ihre Kunden wollten - höhere
ausgewiesene Gewinne ohne Rücksicht auf die Realität. Viele
Vorstände bekämpften den Ausweis als Aufwand auch deswegen,
weil sie wußten, daß die obszöne Gewährung von
großen Mengen Optionen, nach denen sie sich sehnten, gestrichen
würden, wenn deren Kosten hätten aufgeführt werden
müssen.
Kurz nach der Umkehrung
durch Andersen stimmte das Unabhängige Gremium für
Bilanzierungsstandards (FASB) mit 7 zu 0 für die Ausweisung von
Optionen als Aufwand. Es war vorhersehbar, daß die bedeutenden
Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und eine Armee von
Vorständen Washington bestürmten, um den Senat unter Druck zu
setzen - welche Institution könnte besser über Fragen der
Bilanzierung befinden? - um das FASB zu kastrieren. Die Stimmen der
Protestler wurden durch große politische Zuwendungen
verstärkt, die üblicherweise mit dem Geld der Gesellschaften
bezahlt wurden, das nur den Eigentümern gehörte, die
übers Ohr gehauen werden sollten. Das war keine Sternstunde einer
zivilisierten Klasse.
Zu seiner Schande stimmte
der Senat mit 88 zu 9 gegen den Ausweis. Mehrere prominente Senatoren
riefen sogar nach der Auflösung des FASB, wenn es seine Position
nicht ändern würde (soviel zum Thema Unabhängigkeit).
Arthur Levitt jr., damals Vorsitzender der SEC - und allgemein ein
umsichtiger Kämpfer für Aktionäre - hat inzwischen sein
widerwilliges Nachgeben dem Druck des Kongresses und der Unternehmen
als den Akt seiner Amtszeit beschrieben, den er am meisten bedauert
(die Einzelheiten dieser schmutzigen Affäre werden in Levitts
aufgezeichnetem Buch Take on the Street dargestellt).
Mit dem Senat in der Tasche
und einer besiegten SEC, wußte die Amerika AG, daß sie nun
das Sagen hatte, als es um Bilanzierung ging. Hiermit wurde ein neues
Zeitalter von Alles-ist-möglich Berichterstattung - abgesegnet und
teilweise gefördert von sehr bekannten Wirtschaftsprüfern -
eingeläutet. Das zügellose Verhalten, das schnell folgte,
wurde zu einer Luftpumpe für die große Blase.
Nachdem es vom Senat
bedroht war, drehte das FASB seine ursprüngliche Position um 180
Grad und übernahm die Einführung eines „Ehrensystems“, in dem
erklärt wurde, daß der Ausweis bevorzugt würde, das
aber auch den Gesellschaften erlaubte, die Kosten zu ignorieren, wenn
sie das wünschten. Das entmutigende Ergebnis: Von den 500
Gesellschaften aus dem S&P übernahmen 498 die weniger
wünschenswerte Methode, was sie natürlich höhere
„Gewinne“ ausweisen ließ. Bezahlungshungrige Vorstände
liebten dieses Ergebnis: Laß das FASB die Ehre haben, sie hatten
ihr System.
In unserem
Geschäftsbericht 1992 diskutieren wir die ungehörige
Selbstbedienungsmentalität so vieler Vorstände. Ich schrieb:
„Die Business-Elite riskiert den Verlust ihrer Glaubwürdigkeit bei
Themen, die wichtig für die ganze Gesellschaft sind - worüber
sie vieles Wichtige zu sagen hätte - wenn sie in Dingen, die
für sie selbst wichtig sind, unglaubwürdige Positionen
vertreten.
Der Verlust der
Glaubwürdigkeit ist eingetreten. Die Aufgabe der Vorstände
ist es jetzt, Amerikas Vertrauen wieder zu gewinnen - und um des Landes
willen ist es wichtig, daß sie dies auch tun. Sie werden jedoch
in diesem Bemühen keinen Erfolg haben, wenn es bei
einfältigen Inseraten, bedeutungslosen Grundsatzstatements oder
strukturellen Änderungen von Aufsichtsräten und
Ausschüssen bleibt. Statt dessen müssen Vorstände
Verantwortung als eine Lebensart begreifen und ihre Eigentümer wie
Partner behandeln, nicht wie Einfaltspinsel. Für die
Vorstände ist es Zeit, diesen Weg zu gehen.
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