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Durch die Briefe, die
Warren Buffett an die Teilhaber der Buffett Partnership geschrieben
hat, sind gelegentlich größere Unterschiede in der
Führung seiner damaligen Kommanditgesellschaft und den heutigen
Geschäftsprinzipien von Berkshire Hathaway
ersichtlich. Buffett
gründete die Partnership in der Mitte der 1950er Jahre.
Später startete er weitere Partnerships, die er aber wieder zu
einer einzigen Gesellschaft zusammenfügte. Oftmals wurden in den
jeweiligen Partnerships 35% bis 40% der Geldmittel in nur eine einzige
Aktie investiert. Für die Partnership kaufte Warren Buffett
auch Aktien der damaligen Textilfirma Berkshire Hathaway, an der er
1965 die Mehrheit übernahm. Als Buffett die Partnership im Jahre
1969 auflöste, erhielten die Teilhaber, die bei ihm bleiben
wollten, Berkshire Hathaway Aktien, während er die anderen
ausbezahlte.
Zu Beginn der Partnership unterteilte Warren Buffett seine Investments
in drei Kategorien. Die erste nannte er "Generals". Dabei handelte es
sich um Aktien von unterbewerteten Unternehmen, in die er langfristig
investierte. Die zweite Kategorie waren die sogenannten "Workouts".
Damit bezeichnete Warren Buffett in Konkurs gegangene Unternehmen,
Fusionen und andere Sondersituationen. Die dritte und letzte Kategorie
waren Mehrheitsbeteiligungen, die Warren Buffett einging und dabei auch
aktiv in die Unternehmensführung eingriff. Diesen
Mehrheitsbeteiligungen gab er den Namen "Control Situations". Die
aktive Einflußnahme auf das Management einer Firma ist einer der
deutlichsten Unterschiede zu seiner Vorgehensweise bei Berkshire
Hathaway, wo Warren Buffett den Managern der von ihm übernommenen
Unternehmen jegliche Freiheit lässt, für ihre Fragen aber
offen ist.
Ein sehr frühes und zugleich interessantes Investment der Buffett
Partnership war Sanborn Map. Bei Sanborn Map handelte es sich um ein
Unternehmen, das in der Veröffentlichung und ständigen
Überarbeitung detaillierter Pläne aller amerikanischen
Städte tätig war. Zeitweise kam Sanborn Map auf einen Anteil
von 35% am Vermögen der Buffett Partnership. Zwar entwickelte sich
das Kartengeschäft schon lange vor dem Einstieg der Partnership
rückläufig. Allerdings besaß das Unternehmen ein
Wertpapierportfolio, das mehr wert war, als der damalige
Börsenwert der Sanborn Map Aktien. Eine weitere "Control
Situation" war das Investment in Dempster Mill. Nachdem Warren Buffett
die Mehrheit an Dempster Mill erworben hatte, installierte er ein neues
Management, das die Vermögenswerte des Unternehmens rentabler
einsetzte. Schon zu dieser Zeit lobte er in seinen Briefen die Arbeit
der Manager sowie die dahinterstehenden Personen.
Ein weiterer Unterschied zwischen der Buffett Partnership und Berkshire
Hathaway besteht im Umgang mit Fremdkapital. Bei Berkshire betont
Buffett, dass er niemals Fremdkapital einsetzen würde, nur um die
Ergebnisse um einige Prozentpunkte zu verbessern. Stattdessen gab es
bei der Partnership Zeiten, in denen Buffett bis zu 25% der
eingesetzten Kapitalmittel borgte. Darüber hinaus hat Buffett in
der Öffentlichkeit und in seinen Briefen an die Aktionäre von
Berkshire Hathaway wiederholt die innerhalb der Finanzbranche
übliche Gebührenpraxis verurteilt. Bei der Buffett
Partnership vereinnahmte er allerdings Einviertel der Erträge, die
über eine jährliche Rendite von 6% hinausgingen, für
sich. Buffett hatte sogar Gebührenstrukturen, nach denen er
Eindrittel aller Erträge für sich selbst beanspruchte. Bei
der Gebührenfrage muss jedoch berücksichtigt werden, dass die
Teilhaber der Partnership auch nach Abführung ihrer Gebühren
weit überdurchschnittliche Ergebnisse erzielt haben.
Nichtsdestotrotz liegt in diesen Gebühren einer der Gründe
für Buffett's enormen Wohlstand. Über 99% seines
Privatvermögens hat Warren Buffett in Berkshire Hathaway
investiert. Auch früher investierten er und seine Frau Susie das
meiste ihres Geldes in der Buffett Partnership. Dabei ist zu beachten,
dass Warren Buffett im Alter von 30 Jahren bereits ein Vermögen
von über 1 Million Dollar angesammelt hatte. Dieses Kapital konnte
er aufbauen, indem er Anfangs das Geld seiner Familienmitglieder
verwaltete und anschließend seine Gewinne daraus, die ihm
über Gebühren zuflossen, in die Partnership re-investierte.
Auf diesem Weg wurde Warren Buffett auch größter Berkshire
Hathaway Einzelaktionär.
In seinen Briefen an die Teilhaber der Partnership verwendet Warren
Buffett viel Zeit für den Vergleich der eigenen Ergebnisse mit
denen des Dow Jones Index. Außerdem verglich er die Resultate der
Partnership mit einigen bedeutenden Investmentfonds dieser Tage. Von
1957 bis 1969 erreichte der Dow Jones Index eine durchschnittliche
jährliche Rendite von 7,4%. Dagegen erzielten die Teilhaber der
Buffett Partnership eine Rendite von 23,8%, während sich das
Ergebnis der Partnership auf 29,5% belief. Gleichwohl erklärte
Warren Buffett seinen Partnern unentwegt wie schwierig es ist, die
Ergebnisse des Dow Jones Index zu übertreffen.
Auch seine damaligen Briefe waren schon so humorvoll abgefaßt,
wie seine heutigen an die Aktionäre von Berkshire Hathaway. Einen
Brief begann er beispielsweise mit den Worten: "Unser Krieg gegen die
Armut war in 1965 erfolgreich. Genau gesagt waren wir am Jahresende um
12.304.050 Dollar weniger arm, als zu Jahresanfang". Zu den
schädlichen Wirkungen der Diversifikation, schrieb er: "Wenn sie
ein Harem von siebzig Mädchen besitzen, werden sie nie eine von
ihnen richtig kennenlernen". Die Äußerung eines
Analysten, nach der Aktien ständig beobachtet werden müssen,
kommentierte Buffett mit den Worten: "Ich fühlte mich schuldig,
als ich mir sogar die Zeit für eine Pepsi genommen habe".
(Anmerkung: Warren Buffett trank früher Pepsi statt Coca-Cola)
Aufgrund der Größe von Berkshire Hathaway kann Warren
Buffett heute nicht die gleichen Investments wie vor 50 Jahren
tätigen. Damit lassen sich auch Berkshires Aktienkäufe der
letzten Zeit erklären. Zudem ist es heutzutage kaum mehr
möglich, Unternehmen wie Sanborn Map zu finden, deren Aktien an
der Börse unter ihren bilanzierten Vermögenswerten gehandelt
werden. Allerdings war die ursprüngliche Anlagestrategie von
Warren Buffett eine Art Mischung aus dem klassischen Value-Ansatz nach
Graham/Dodd in Kombination mit dem persönlichen Eingreifen in die
Unternehmensführung. Seinen Investmentstil veränderte Buffett
im Wesentlichen durch den Kontakt zu Charlie Munger, Berkshires
Vize-Vorsitzenden. Darüber hinaus verdient die Tatsache, dass
Warren Buffett seine Kapitalmittel schon sehr frühzeitig
konzentrierte, besondere Beachtung.
» Weitere Informationsquellen:
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Warren
Buffett's Briefe an die Anteilseigner der Buffett Partnership
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