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Warren Buffett über Inflation
9.Februar 2008 | Kategorie: Warren Buffett, Wirtschaft
Im Nachgang des Interviews, das Warren Buffett vergangene Woche mit der Financial Post führte, wurde er auch um eine Einschätzung zur Inflation gebeten und gefragt, ob die US-Notenbank (FED) in Anbetracht der niedrigen kurzfristigen Zinsen das Richtige tue.
(Bitte von Beginn an lesen: Warren Buffett zur Kreditkrise, zum Dollar und zur US-Wahl).
Nach Aussage Buffetts ist es Aufgabe der Notenbank, eine ganze Menge Dinge ins Gleichgewicht zu bringen, sodass er die FED nicht nachträglich kritisieren würde. Buffett bezeichnet den Job der Zentralbank als harte Arbeit und sagt, dass die FED nicht jeden Krieg gewinnen kann. Nach seiner Einschätzung ist die momentane Arbeit der US-Notenbank auf Expansion ausgerichtet und er glaubt, dass diese dabei wahrscheinlich auch einige Probleme mit erhöhter Inflation bekommen wird.
Warren Buffett erzählte daraufhin, dass ihm vor einigen Jahren die hypothetische Frage gestellt wurde, ob er - für den Fall, dass John Kerry die damalige Präsidentschaftswahl gewonnen und Buffett darum gebeten hätte, Chef der US-Notenbank zu werden - abgelehnt hat. Warren Buffett antwortete damals auf die Frage, dass John Kerry besser Jimmy Buffett (den US-amerikanischer Country-Musiker) fragen solle. Danach wurde Warren Buffett wieder ernster und sagte, dass er die Inflation für ein sehr reales Problem hält.
Für Buffett stellt sich das Inflationsproblem der Vereinigten Staaten derzeit wie folgt dar: Amerika bildet zunehmend Schulden außerhalb der USA (einige Milliarden Dollar täglich). Nach seiner Einschätzung werden viele Menschen, die diese Schuldscheine übernommen haben, nicht gewillt sein, diese in einer Währung einzulösen, die weniger Wert ist, als die des Landes, in dem sich die Vereinigten Staaten das Geld geliehen haben.
Warren Buffett tendiert daher zu der Ansicht, dass die Inflation Amerikas Schuldenlast mehr oder weniger abnehmen lässt. Die Inflation wird nach seiner Einschätzung aber niemals ganz verschwinden, solange es Politiker gibt, die den Wunsch verspüren, ihre Probleme vorübergehend durch das Drucken von Geld zu lösen. Darüber hinaus wäre Warren Buffett auch nicht überrascht, wenn Inflation eines Tages wieder mehr würde, als nur einer unter vielen Einflussfaktoren.
weiter: Warren Buffett - Ratschläge für Privatanleger


22nd.Mai 2008 um 18:52
Ist aller Ursprung der Inflation wirklich nur die Politik, die bei Bedarf einfach mehr Kohle druckt? Dachte immer das Phänomen tritt unabhängig davon in gewissen Maß auf….
Wenn das so sein sollte wird das Problem warscheinlich noch lange bestehen, bzw. wie oben beschrieben vielleicht sogar bewusst gefördert, um den relativen Schuldenanteil zu senken….
admin:
Nach meiner Beobachtung definieren die meisten Value Investoren den Inflationsbegriff als den Teil des langfristigen Geldmangenwachstums, der das Realwachstum der Volkswirtschaft übersteigt. Folglich ist Inflation nichts anderes, als die Ausweitung der Geldmenge abzüglich des realen Wachstums des Bruttoinlandsprodukts.