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Fakt ist, dass zwischen
1984 und 1999, während in Amerika eine der größten
Börsenhaussen aller Zeiten stattgefunden hat, 90% der
professionellen Investmentfondsmanager für ihre Kunden eine
geringere Rendite erzielt haben, als dies durch ein einfaches
Investment in einen Indexfonds
möglich gewesen wäre. Neunzig
Prozent! Denken Sie darüber für einen Moment nach. Unter zehn
Portfoliomanagern ist es nur einem gelungen, eine über dem
allgemeinen Aktienmarkt liegende Rendite zu erzielen. Wie kann es sein,
dass eine überwältigende Mehrheit intelligenter Fachleute
nicht einmal ein durchschnittliches Ergebnis für ihre Anleger
produzieren konnte?
Dies hat im Wesentlichen zwei Gründe. Als erstes neigen die
Manager von Investmentfonds
dazu, sich auf kurzfristige Resultate zu
konzentrieren. Zudem neigen Sie dazu, der Herde zu folgen. Das
bedeutet,
dass sie ihre Investments genau wie die überwiegende Mehrheit der
Marktteilnehmer auswählen. Investmentfondsmanager definieren ihre
Anlagestrategie mit bestimmten Begriffen, wie beispielsweise
kleinkapitalisierte Value-Aktien oder kleinkapitalisierte
Wachstumsaktien. Dies führt bereits zu einer Vorauswahl, durch die
jedes mögliche Geschäft, das nicht in einen bestimmten
Investmentfokus hineinpaßt, unabhängig von seiner Eignung
als Investment ausgeschlossen wird.
Der Grund, weshalb Investmentfonds sich selbst auf eine begrenzte
Anzahl möglicher Investments limitieren ist, dass diese
Vorgehensweise für Außenstehende als vernünftige und
damit sichere Strategie erscheint. Und wer möchte schon
unvernünftig sein? Diese Vernunft - oder auch der Mangel davon -
versetzt die Manager in die Lage, ihre eigenen Leistungen
gegenüber den Anlegern zu rechtfertigen.
Diejenigen Anleger, die Beweise erwarten, dass die Entscheidungen eines
Investmentfondsmanagers angemessen sind, vergleichen seine Leistungen
mit denen anderer Investmentfonds der gleichen Gruppe. Daher ahmen die
Manager, die dieses Anlegerverhalten kennen und bestrebt sind, ihre
Jobs zu behalten, einfach die Entscheidungen der Kollegen nach.
Hierdurch wird jeglicher Informationsvorteil, den ein
Investmentfondsmanager besitzt, zerstört. Darüber hinaus
führt dieses Verhalten zu einer künstlichen Verknappung der
Investmentmöglichkeiten.
Wie John Maynard Keynes in die "Allgemeine Theorie der
Beschäftigung, des Zinses und des Geldes" bereits sehr weise
formulierte,
ist es für das eigene Renommee besser, herkömmlich zu
versagen, als unkonventionelle Wege zu gehen. Auf Investmentfonds
angewandt bedeutet dies, dass ihre Manager tun, was am sichersten
erscheint und der Masse folgen, indem sie an den selben Investments
haften, wie ihre Vergleichsgruppe. Genau diese Vorgehensweise
führt zu Leistungen, die unterhalb den Ergebnissen des
Aktienmarktes liegen.
Glücklicherweise gibt es für den gewöhnlichen Anleger
aber Alternativen. Die erste ist, sein Geld von Investoren anlegen zu
lassen, die den Aktienmarkt nicht nur beständig geschlagen,
sondern geradezu verprügelt haben. Interessierte Anleger sollten
dazu den auf Valueinvesting.de veröffentlichten Artikel "Die
Superinvestoren von Graham-und-Doddsville" lesen, beziehungsweise
das
gleichnamige Weblog verfolgen, das die Ideen, Meinungen und
Transaktionen der Superinvestoren unserer Zeit beobachtet und somit
einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich macht.
Die zweite Alternative sind Indexfonds. Indexfonds stellen eine
großartige Möglichkeit dar, den gesamten Aktienmarkt
abzubilden, ohne die notwendigen und manchmal beschämenden
Provisionen und Gebühren aktiv gemanagter Investmentfonds. Diese
passiv und zu niedrigsten Kosten verwalteten Indexfonds stellen im
Allgemeinen für verschiedene Anlageklassen (Aktien, Anleihen) eine
weitaus überlegenere Möglichkeit der Kapitalanlage dar, als
gewöhnliche Investmentfonds.
Diese Auffassung wird durch verschiedene Untersuchungen und
Studien regelmäßig belegt. Als weiterführende
Lektüre empfiehlt sich der Aufsatz "Indexfonds:
Ein prosaischer Weg, um den durchschnittlichen Kapitalanleger zu
schlagen". Dieser
wurde von Professor William Sharpe im Mai 2002 veröffentlicht.
Prof. Sharpe unterrichtet an der Stanford Universität das Fach
Finanzwirtschaft. Darüber hinaus schrieb John Bogle bereits in
1999 einen Beitrag mit dem Titel: "Werden
aktiv gemanagte Investmentfonds ihre Unterperformance gegenüber
dem Aktienmarkt in Zukunft
fortsetzen?" John Bogle ist Gründer und Vorsitzender von
Vanguard. Vanguard Fonds legt vorwiegend Indexfonds auf, die sich durch
eine sehr günstige
Kostenstruktur auszeichnen.
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