Value Investing: Sichere Kapitalanlage mit Aktien


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Joel Greenblatt Portrait

Eine durchschnittliche jährliche Rendite von 40%? Wenn Jemand Erträge in dieser Größenordnung verspricht, ist Vorsicht geboten. Immerhin wächst mit dieser Rendite eine Anfangsinvestition von 1.000 Euro in nur zehn Jahren auf das 29-fache.

Nicht einmal die weltbesten Investoren können solche außergewöhnlichen Erträge über längere Zeiträume garantieren. Joel Greenblatt, Gründer und Portfoliomanager von Gotham Capital sowie Dozent an der Columbia Business School, hat die eingangs erwähnte durchschnittliche Rendite aber über einen Zeitraum von immerhin 17 Jahren in der Praxis erreicht.

Obwohl man es wahrscheinlich nicht erwartet, verfolgt Joel Greenblatt eine ziemlich einfache Anlagestrategie. Demnach brauchen Anleger nur Aktien von überdurchschnittlichen Firmen kaufen, wenn diese an der Börse in Relation zu ihren Unternehmensgewinnen relativ günstig zu haben sind. Dabei definiert Greenblatt eine überdurchschnittliche Firma anhand der Rendite, die ein Unternehmen auf das von ihm investierte Kapital erwirtschaftet.

Die Tatsache, dass es sich bei der Vorgehensweise von Joel Greenblatt um eine sogenannte mechanische Anlagestrategie handelt, macht seine Strategie insbesondere für den privaten Anleger interessant. Gerade weil Greenblatt alle menschlischen Einflüsse ausschaltet, war er in der Lage, die Performance seiner Strategie sehr gründlich auszutesten.

Der erste Schritt bei Greenblatts Methode ist die Auswahl der 3.500 größten Unternehmen der Vereinigten Staaten. Durch die Selektion der nach Marktkapitalisierung größten Firmen wird sichergestellt, dass die im weiteren Verlauf ausgewählten Aktien ein genügend großes Handelsvolumen aufweisen.

Von diesen wird nun eine Rangliste erstellt, um zu bestimmen, wie gut diese Unternehmen in ihrer Eigenschaft sind, Geld zu verdienen. Danach werden die selben Firmen hinsichtlich ihres Aktienkurses untersucht. Das Ergebnis ist eine zweite Liste die angibt, wie günstig die Aktien der ausgewählten Unternehmen an der Börse momentan bepreist werden.

Durch das bloße Aufaddieren der Positionen eines Unternehmens beider Listen entsteht die endgültige Rangliste, in der die beiden Einzelkriterien Rentabilität und Kaufpreis miteinander kombiniert werden und die Aktien aller 3.500 Unternehmen in eine entsprechende Reihenfolge setzen. Ganz oben auf der Liste stehen somit die rentabelsten und preiswertesten Aktien aller untersuchten Unternehmen.

Durch das vollständig automatisierte Kaufen der ersten 30 Aktien dieser Rangliste ergaben sich von 1988 bis 2004 die folgenden Ergebnisse:

Jahr Rendite S&P 500
1988 22,1% 16,6%
1989 44,6% 31,7%
1990 1,7% -3,1%
1991 70,6% 30,5%
1992 32,4% 7,6%
1993 17,2% 10,1%
1994 22,0% 1,3%
1995 34,0% 37,6%
1996 17,3% 23,0%
1997 40,4% 33,4%
1998 25,5% 28,6%
1999 53,0% 21,0%
2000 7,9% -9,1%
2001 69,6% -11,9%
2002 -4,0% -22,1%
2003 79,9% 28,7%
2004 19,3% 10,9%
Durchschnitt p.A. 30,8% 12,4%

Quelle: Joel Greenblatt, The Little Book that Beats the Market
Rendite Aktienmarkt, Berkshire Hathaway Geschäftsbericht


In diesem 17-Jahres-Zeitraum lag die von Greenblatt mit seiner Methode erzielte durchschnittliche jährliche Rendite bei überwältigenden 30,8%. Im Vergleich zum Marktdurchschnitt, der im gleichen Zeitraum bei 12,4% lag, erreichte Greenblatts Anlagestrategie eine außergewöhnliche Outperformance.

Joel Greenblatt selbst erzielte noch einmal eine jährliche Extrarendite von 10%, da er sich nicht exakt an seine Methode gehalten hat und stattdessen die mechanisch zusammengestellte Rangliste als erste Aktienauswahl betrachtete. Diese Aktien unterzog er daraufhin einer gründlichen Fundamentalanalyse und selektierte somit die für ihn erfolgversprechendsten Unternehmen heraus, welche er dann kaufte.

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