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Der Risikobegriff ist
für den Investor in zweifacher Hinsicht von Bedeutung. Zum einen
wird an den Wirtschaftsakademien dieser Welt die Schwankungsbreite von
Aktienkursen mit Risiko bezeichnet. Die entsprechende Meßzahl der
Schwankungsbreite und damit für das Risiko heißt Beta. Das
Beta vergleicht die Kursentwicklung einzelner Wertpapiere mit den
Wertveränderungen ganzer Aktienmärkte. Liegt zum Beispiel das
Beta einer einzelnen Aktie bei 1,1 bedeutet dies, daß sie
Kursschwankungen des gesamten Aktienmarktes mit einer Amplitude von
110% nachvollzieht. In der Theorie hat diese Aktie damit ein
erhöhtes Risiko.
Der zweite Aspekt des Risikos liegt in der weit verbreiteten
Auffassung, daß beim Investieren eine Beziehung zwischen dem
Risiko und der möglichen Rendite eines Investments besteht. Dabei
gilt: Je größer das Risiko, das ein Investor bereit ist zu
tragen, je größer die Renditechance. Dieser Zusammenhang
wird damit begründet, daß Investoren mit erhöhter
Risikobereitschaft für diese entsprechend besser entschädigt
werden.
Value Investoren halten beide Risikodefinitionen schlichtweg für
Unfug. In der realen Welt existieren eine Vielzahl von Risiken, wie
finanzielle (z.B. aus überhöhter Verschuldung),
unternehmerische oder politische. Aber ganz sicher gehören
Aktienkursschwankungen und dergleichen nicht dazu.
Zudem kehrt sich mit der Anwendung von Benjamin Grahams Konzepten des
Inneren Wertes und der Sicherheitsmarge der zuvor beschriebene
Zusammenhang zwischen Risiko und möglicher Rendite ins Gegenteil
um. So haben Investments mit allerhöchster Sicherheit die besten
Renditechancen.
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