Ken Fisher: Aktienmarkt Ausblick 2009

Auch wenn Kenneth L. Fisher mit seinem Aktienmarkt Ausblick 2008 erstmals gründlich falsch lag, ist er weiterhin äußerst positiv für Aktien gestimmt. Nach seiner Aussage erlebte die gesamte Finanzbranche im vergangenen Jahr eine Reihe von Ereignissen, die in ihrer Bedeutung und in ihrem Ausmaß praktisch noch nie dagewesen sind. Aus diesem Grund vertritt er die Ansicht, dass langfristig orientierte Anleger am besten bedient sind, wenn sie ihre Aktienengagements aufrechterhalten und mit der Marktvolatilität zurechtkommen.

Valueinvesting.de, 09. Februar 2009

In der vor uns liegenden Zeit werden sich die Kurse nach Fishers Einschätzung aller Wahrscheinlichkeit nach stark erholen, da Bodenbildungen am Aktienmarkt historisch gesehen immer sehr schnell durchlaufen wurden. Daher vertritt er die Ansicht, dass eine Markterholung nicht mehr weit entfernt sein kann, auch wenn der Aktienmarkt kurzfristig noch starken Schwankungen unterliegen wird. Was Ken Fisher so sicher macht ist die Tatsache, dass Aktien von Oktober 2007 bis November 2008 um insgesamt 52% gefallen sind – mehr als in den meisten Bärenmärkten zuvor. Sofern es sich diesmal nicht um einen außergewöhnlich schweren Bärenmarkt handelt glaubt Fisher, dass der Zyklus fallender Aktienkurse kurz vor seinem Ende ist.

Ungeachtet dessen, ob sich der Aktienmarkt noch weiter verbilligt; Ken Fisher schätzt das Risiko fallender Kurse – verglichen mit den möglichen massiven Gewinnen des gerade im Entstehen begriffenen Bullenmarktes – als gering ein. Die Geschichte des amerikanischen Aktienindex S&P 500 gestattet dieser Entwicklung keine Ausnahme. Fisher glaubt, dass es diesmal nicht anders sein wird. Die einzige immer gegenwärtige Frage wird daher sein, ob der Aktienmarkt noch weiter fällt, bevor er steigt. Zur Beantwortung dieser Frage erteilt Fisher den Rat, dass Aktieninvestoren genau jetzt im Markt sein sollten, um von der anstehenden Markterholung sicher partizipieren zu können.

Sich zu defensiv zu verhalten, in der Hoffnung, den Markt perfekt vorhersagen zu können und rechtzeitig vor seiner Erholung einzusteigen, ist nach Fishers Auffassung mit einem zu großen Risiko verbunden, den bevorstehenden Anstieg zu verpassen. Ein perfektes Timing in Bärenmärkten ist nach Aussage Fishers deshalb so schwierig, da diese in einer „V“ Form verlaufen. Dabei wird die erste Hälfte des „V“ von einer hohen Marktvolatilität und starken Verlusten gebildet. Wie und wann der neue Bullenmarkt exakt starten wird, kann nach Fishers Aussage unmöglich vorhergesehen werden. Er hält es aber für äußerst wahrscheinlich, dass der Aufschwung vom Boden aus mit einem starken Kursanstieg – die rechte Hälfte des „V“ – erfolgen wird.

Zusammenfassend gibt Kenneth L. Fisher zu bedenken, dass die Menschen bei jeder Wende geneigt sind das Positive zu ignorieren und ihren Fokus strikt auf das Negative richten. In Bärenmärkten ist dieses Verhalten für ihn nichts ungewöhnliches. In Zeiten wie diesen werden Optimisten gleichermaßen als verrückt angesehen, wie Pessimisten in Spekulationsblasen als Dummköpfe dastehen. Fisher sieht die gegenwärtige Welt nicht rosig, aber er hält die derzeitige Panik für genauso irrational wie die Markteuphorie im Jahr 2000. In Zeiten von Panik gibt es hinter den Bewegungen am Aktienmarkt kein „Wie“ oder „Warum“ – Fisher hält die derzeitigen fundamentalen Grundlagen für deutlich stärker, als dies von den Kursen reflektiert wird.

Letztendlich wird sich das Stimmungsbild aufhellen. Sobald dies geschieht, erwartet Ken Fisher den Beginn eines neuen Bullenmarktes, der sich schleunig und steil vollzieht und eine Menge Menschen im Staub zurücklassen wird.

Paniken sind seltener als Bärenmärkte. In vergleichbaren Zeiten der Ungewißheit wird es immer diejenigen geben die sagen: „Diesmal ist es anders“ oder „Aktien werden nie wieder steigen“. Fisher erklärt, dass sich „diesmal“ immer anders anfühlt, es aber niemals ist. Schließlich wird jeder Bärenmarkt in einen neuen Bullenmarkt münden. Heute voll investiert zu sein garantiert nach Fishers Einschätzung an dem bevorstehenden Aufschwung in größtmöglichem Umfang zu profitieren.