Value Investing: Sichere Kapitalanlage mit Aktien


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Benjamin Graham: "Net Net Aktien"

Eine Spezialität von Benjamin Graham war seine Empfehlung des Kaufs von Unternehmen,  die an der Börse unter dem Wert ihres bilanzierten Nettoumlaufvermögens gehandelt werden. Bei dieser Vorgehensweise analysiert der Investor den Liquidationswert eines Unternehmens. Das Nettoumlaufvermögen (Net Working Capital) errechnet sich aus dem Umlaufvermögen abzüglich der kurzfristigen Verbindlichkeiten. Betriebsanlagen und sonstige Aktiva werden dabei praktisch mit Null bewertet.

Dabei ist es von großer Wichtigkeit zu verstehen, dass es Unterschiede zwischen einer ordentlichen Liquidation und der unter Zeitdruck erzwungenen Liquidation gibt. Da operative Verluste eines Unternehmens das Umlaufvermögen sehr schnell aufzehren können, schuf Benjamin Graham den Begriff des 'Net Net Working Capital', bei dem vom Nettoumlaufvermögen zusätzlich noch alle langfristigen Verbindlichkeiten abgezogen werden. Laut Benjamin Graham eröffnet der Kauf einer ganzen Gruppe dieser völlig unterbewerteten Unternehmen dem geduldigen Investor maximale Gewinnaussichten bei geringstem Risiko.

Der heutige Anleger muss aber berücksichtigen, dass Benjamin Graham das Konzept der sogenannten 'Net Net Aktien' zur Zeit der großen Weltwirtschaftskrise entwickelte und dieses in normalen Zeiten nicht anwendbar ist. Die Anwendung war in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts lediglich nach den großen Markteinbrüchen zu Beginn der 70er Jahre möglich und in einigen Fällen (beispielsweise in den Überresten des Neuen Markts) auch in den Jahren 2002/03.



   


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