Ron Baron über langfristige Investments und Inflation

Ron Baron ist Gründer von Baron Capital Management, Co-Portfoliomanager des Baron Asset Fund und Portfoliomanager des Baron Growth sowie des Baron Partners Fund. Seit seiner Einführung im Jahr 1987 erreichte der Baron Asset Fund eine durchschnittliche jährliche Rendite von 13,3%. Der Baron Growth Fund erzielte eine durchschnittliche jährliche Wertsteigerung in Höhe von 18,9% seit 1994, während Ron Barons Track Record des Partners Fund seit 1992 bei durchschnittlich 18,4% p.A. liegt.

Valueinvesting.de, 14. Juni 2007

Ron Baron investiert vorwiegend in Aktien von klein und mittel kapitalisierten Wachstumsunternehmen, sogenannten Small- und Mid-Caps. Dabei bevorzugt er Gesellschaften mit annähernd unbefristeten Wachstumsmöglichkeiten in zu verteidigenden Nischen. Baron verfolgt einen Bottom-Up Ansatz und investiert langfristig in Unternehmen, die nach seiner Einschätzung zu einem attraktiven Preis zu kaufen sind. In seinem aktuellen Brief an die Anteilseigner der Baron Funds beschreibt er seine Anlagestrategie wie folgt:

Da von Zeit zu Zeit praktisch alle Unternehmen vom Wettbewerb bedroht sind, liegt einer seiner Schwerpunkte bei der Suche nach geeigneten Investments auf Unternehmen, die über einen anhaltenden Wettbewerbsvorteil verfügen. Dieser Wettbewerbsvorteil kann von Natur aus gegeben oder von Menschen geschaffen sein. Als Beispiele nennt er Polo Ralph Lauren (RL), Under Armour (UA), Church & Dwight (CHD) oder Morningstar (MORN), welche über viele Jahre profitable Marken etabliert haben, die eine starke und dauerhafte Nachfrage nach ihren Produkten und Dienstleistungen garantieren.

Im Gegensatz zu normalen Publikumsfonds, die ihre Aktien im Durchschnitt nur für sieben Monate halten, investiert Ron Baron für einen Zeitraum von fünf Jahren und länger. Baron befürwortet damit Warren Buffetts Leitsatz, dass man nur durch das nicht verkaufen reich wird. Er begründet diese These damit, dass Aktionäre lediglich von dem Wachstum eines Unternehmens profitieren können, wenn sie investiert bleiben.

Darüber hinaus verfolgt Ron Baron einen langfristigen Investmentansatz, da er die Richtung des Aktienmarktes, den Ölpreis, Währungsschwankungen und die meisten anderen makroökonomischen Entwicklungen für nicht vorhersehbar hält. Außerdem hält er die Inflation für heimtückisch und allgegenwärtig, unabhängig davon, was Notenbanken oder andere Regierungsbeamte auch erzählen mögen.

Um die Kaufkraft des Anlegers zu bewahren, investiert Baron nur in Unternehmen von denen er glaubt, dass diese um einiges schneller als die Inflation wachsen. Den Verkauf von Aktien eines wachsenden Unternehmens vergleicht Ron Baron mit dem Tausch eines Vermögenswertes in Bargeld, das nach Abzug von Gewinnsteuern weniger Wert ist, als der zuvor veräußerte Unternehmensanteil.

Zudem geht er davon aus, dass sich die meisten Investments innerhalb von 15 Jahren im Wert verdoppeln, oder anders ausgedrückt, sich der Wert einer Währung (Baron bilanziert in US-Dollar) in einem Zeitraum von 15 Jahren halbiert. (Anmerkung: Dies entspricht einer tatsächlichen Inflation von beinahe 5%). Den Besitz von Bargeld oder niedrig rentierenden Kapitalanlagen hält er damit für keine gute Idee.

Aus diesem Grund verfolgt Ron Baron das Ziel, das von ihm in Wachstumsunternehmen investierte Kapital alle fünf Jahre zu verdoppeln. Dies entspricht in einem 15-Jahres-Zeitraum einer Verachtfachung. Unter der Annahme, dass unsere Währung im gleichen Zeitraum die Hälfte ihres heutigen Wertes verlieren wird, bedeutet dies in aktueller Kaufkraft immer noch eine Vervierfachung des eingesetzten Kapitals.

Abschließend sei erwähnt, dass mit „nicht verkaufen“ nicht „niemals verkaufen“ gemeint ist. Ron Baron verkauft Unternehmen, sobald sich deren Aussichten nach seiner Einschätzung verändert haben und dadurch kein langfristiges Wachstumspotenzial mehr aufweisen.