Die Geschichte von Berkshire Hathaway

Warren  Buffetts Investmentholding Berkshire Hathaway (http://berkshirehathaway.com) geht ursprünglich auf die bereits im Jahr 1889 gegründete Textilfabrik Berkshire Cotton Manufacturing zurück. Der heutige Name Berkshire Hathaway entstand im Jahr 1955 nach dem Zusammenschluss mit Hathaway Manufacturing. Als Warren Buffett 1965 die Mehrheit an Berkshire Hathaway übernahm, befand sich das Textilgeschäft bereits in einem sehr schlechten Zustand, sodass Buffett in den nächsten 20 Jahren darum kämpfte, mit diesem eine bestenfalls zweistellige Eigenkapitalrendite zu erwirtschaften.

Gegen Ende der 1970er Jahre drängten die Aktionäre von Berkshire Hathaway erstmals auf die Schließung des Textilgeschäfts. Da es sich bei den Textilfabriken um den größten Arbeitgeber der Region handelte, versuchte Warren Buffett diesen Schritt jedoch so lange wie möglich zu vermeiden. Er sagte damals wörtlich: „Ich werde ein Unternehmen mit unterdurchschnittlicher Rentabilität nicht schließen, nur um unseren Gesellschaftserträgen den Bruchteil eines Punktes hinzuzufügen.“ Allerdings konnte sich einige Jahre später auch Warren Buffett der wirtschaftlichen Realität nicht mehr entziehen und gab 1985 die Textilgeschäfte von Berkshire Hathaway vollständig auf.

Die Berkshire Hathaway Versicherungsgruppe

Das Kapital, welches Berkshire Hathaway anfänglich noch aus seinem Textilgeschäft generierte, investierte Warren Buffett ins Versicherungsgeschäft. So übernahm Berkshire Hathaway im Jahr 1967 zwei Versicherungsgesellschaften aus Omaha, die National Indemnity und die Fire & Marine Company. Berkshires Einstieg ins Versicherungsgeschäft erklärt sich wie folgt.

Die Prämien der Versicherten sorgen für einen ständigen Zustrom an Barmitteln. Diese werden vorzugsweise in handelbare Wertpapiere investiert, um daraus zu einem späteren Zeitpunkt die Ansprüche der Versicherten zu begleichen oder eintretende Schäden zu regulieren. Somit gelangte Berkshire Hathaway über seine Versicherungsaktivitäten schon sehr frühzeitig in den Besitz eines stetigen Bargeldstroms, den Warren Buffett gewinnbringend anlegen konnte.

Berkshires  Engagement im Versicherungsgeschäft wurde von Warren Buffett immer weiter ausgebaut. Die bekanntesten Versicherungsbeteiligungen sind der Autoversicherer GEICO und die Rückversicherung General Re, die 1998 für 22 Milliarden Dollar von Berkshire Hathaway übernommen wurde. Im Jahr 2006 verzeichnete die Berkshire Hathaway Versicherungsgruppe einen jährlichen Geldzufluß von 51 Milliarden Dollar. Dabei ermöglicht Berkshires beträchtliche Kapitalstärke seinen Versicherungsgesellschaften eine nahezu beliebige Ausweitung ihrer Geschäftsbasis.

Berkshires versicherungsunabhängigen Geschäfte

Neben dem Versicherungsgeschäft erwarb Berkshire Hathaway schon sehr frühzeitig die vollständige Kontrolle über Unternehmen aus den verschiedensten Bereichen, wie den Süßwarenhersteller See’s Candies, die Eiscreme- und Hamburgerkette Dairy Queen, den Staubsaugerhersteller Kirby, den Juwelier Borsheim’s und viele andere mehr. Darüber hinaus hält Berkshire Hathaway in seinem Aktiendepot große Positionen an namhaften Unternehmen wie Coca-Cola, American Express, Wells Fargo Bank, Procter & Gamble, Moody’s, Anheuser Busch, Johnson & Johnson, Wal-Mart Stores oder der Washington Post.

Berkshires Innerer Wert

In den 41 Jahren seit 1965, seit Warren Buffett das Management von Berkshire Hathaway übernahm, steigerte er Berkshires Buchwert mit einer Rate von durchschnittlich 21,5% pro Jahr. Die Berkshire Hathaway Aktie entwickelte sich sogar noch besser.

Warren Buffett selbst äußerte sich zu dem Inneren Wert von Berkshire Hathaway auf der Jahreshauptversammlung im Jahre 1995. Damals sagte er: „Der Aktienkurs biete in Relation zu seinem Inneren Wert einen ebenso hohen Realwert oder mehr als die meisten anderen Aktien“. Zu jener Zeit im Frühjahr 1995 war Berkshire Hathaway mit einem Kurs der A-Aktie in Höhe von 21.600 Dollar rund 25 Milliarden wert. Der Buchwert betrug am 31.12.94 11,8 Milliarden und am 31.12.95 17,2 Milliarden Dollar. Genauere Zahlen zum Zeitpunkt der Hauptversammlung sind leider nicht mehr öffentlich verfügbar.

Eine Kurs-Buchwert-Spanne zwischen 1,5 und 2 war in der Vergangenheit gewöhnlich. Nach dieser Aussage Warren Buffetts dürfte man aufmerksam werden, wenn der Markwert sich dem 1,5-fachen Buchwert nähert oder ihn unterschreitet.

In der nachfolgenden Tabelle sind Berkshires Buchwerte, Aktienkurse und Kurs-Buchwert-Verhältnisse im Zeitraum von 1979 bis zum Jahr 2005 dargestellt.

Berkshire Hathaway Buchwerte, Aktienkurse, Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)

Zu Beginn des 2. Quartals 1996 sagte Warren Buffett im Vorfeld der Ausgabe der Klasse-B-Aktien, dass er zu den derzeitigen Kursen Berkshire Hathaway für zu teuer hält und nicht kaufen würde. Der Kurs lag damals bei 36.000 Dollar und das Eigenkapital je A-Aktie bei rund 13.000 Dollar. Dies entspricht dem 2,8-fachen Buchwert.

Zeitgleich mit dem Höhepunkt der Technologieblase erreichte Berkshire Hathaway am 10. März 2000 einen Tiefstkurs von 41.300 Dollar. Bei einem Eigenkapitalwert von 37.987 Dollar je A-Aktie per 31. Dezember 1999 entsprach dies einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,1.

Der Buchwert per Ende 2005 betrug 91,5 Milliarden, Berkshires aktuelle Marktkapitalisierung liegt bei rund 142 Milliarden Dollar. Historisch gesehen erscheint die Bewertung damit eher günstig.

Weitere Quellen:

Das Berkshire Hathaway Owner’s Manual. [PDF-Datei]

Der von Warren Buffett persönlich geschriebene Berkshire Hathaway Aktionärsbrief wird jedes Jahr im März am ersten oder zweiten Samstag gemeinsam mit dem aktuellen Geschäftsbericht auf der Berkshire Hathaway Website zum Download bereitgestellt. Sogenannte registrierte Aktionäre erhalten diesen etwa zwei Wochen später per Post.

Intrinsic Value Calculator

Mit dem Intrinsic Value Calculator stellt John Kish ein großartiges Werkzeug bereit, mit dem der Innere Wert von Berkshire Hathaway auf vier unterschiedliche Arten berechnet werden kann. Dabei finden die aktuellen Berkshire Hathaway Quartals- und Geschäftsberichte regelmäßige Berücksichtigung.