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Nachfolgend finden Sie
zehn Anlagetipps, die Ihnen beim Kauf von Aktien einen unentbehrlichen
Entscheidungsrahmen geben. Die Gruppe der Unternehmen, die bei
Beachtung dieser Regeln ein attraktives Investment darstellen,
dürfte je nach Zeitpunkt mehr oder weniger exklusiv ausfallen.
Aber die Wahrscheinlichkeit, durch Beachtung dieser Maximen kein Geld
zu verlieren, steigt erheblich.
1. Beobachte nicht
die Börse, sondern Unternehmen: Wer Aktien
kauft, sollte alles über die dahinterstehende AG wissen.
Regelmäßiges Studium der Geschäftsberichte ist ein Muss.
2. Mache Dir ein
Bild über die Zukunft des Unternehmens:
Langfristige Gewinnprognosen sind das A und O jeder
Investmententscheidung. Der einzige Grund, Geld in eine Aktie zu
investieren, ist der erwartete Cashflow.
3. Suche die Aktien
der besten Unternehmen aus: Nur Firmen, die
bewiesen haben, dass sie ihr Geschäft beherrschen und über
viele Jahre gute Gewinnsteigerungen erzielten, kommen in Frage.
4. Kaufe nur, was
Du verstehst: Wer eine Branche und ein Geschäft
aus dem Effeff kennt, vermeidet Fehleinschätzungen.
5. Bestimme den
tatsächlichen Wert einer Aktie:
Gemäß
Benjamin Graham hat jedes Unternehmen einen Inneren Wert. Dieser
errechnet sich, indem der Buchwert des Unternehmens, aber auch seine
Ertragskraft berücksichtigt werden.
6. Kaufe nur, wenn
der Preis stimmt: Auch für Aktien von
hervorragenden Unternehmen kann man zu viel bezahlen. Denn die
Verzinsung des eingesetzten Kapitals berechnet sich langfristig aus dem
Kaufpreis in Bezug zur Gewinnentwicklung der Firma. Ist ersterer zu
hoch, fällt die Rendite mager aus.
7. Nicht zu stark
diversifizieren: Das heisst nicht, trotz einer
konservativen und auf Sicherheit bedachten Art seine Vorsicht
aufzugeben. Er bedeutet vielmehr, dass wenige Investments mit
hervorragenden Aussichten den großen Erfolg ausmachen.
8. Halte Deine
Aktien: Nur wenn sich die Grundeinschätzung der
Gewinnentwicklung verändert oder ein Investment mit noch
höherer Rendite möglich ist, sollte man an einen Verkauf
denken. Ein hoher Börsenkurs ist nie ein Grund.
9. Vermeide Kosten:
Jede unüberlegte Transaktion kostet
Provisionen und oft Steuern. Ausgabeaufschläge,
Managementgebühren und Beraterprovisionen nehmen einem Aktiendepot
die Ertragskraft.
10. Vergiß
alle Experten: Vertraue Deinen Grundsätzen und
nicht fremden Meinungen - schon gar nicht den Kursen an der Börse.
Die Rendite der einbehaltenen Gewinne
Aus Sicht des Anlegers
stellt
die Erhöhung des Aktionärsvermögens das wesentliche
Firmenziel dar. Daher muss vor jedem Aktienkauf geprüft werden, ob
sich das Management eines Unternehmens diesem Ziel verpflichtet sieht.
Die Entwicklung des Aktionärsvermögens bestimmt sich
langfristig aus der Bereitstellung des Unternehmenskapitals. Daher ist
die Kapitalbereitstellung eine der wichtigsten Aufgaben des
Managements. Eine rational handelnde Geschäftsführung
investiert nur zusätzliche Barmittel, wenn auf diese
überdurchschnittliche Kapitalrenditen erwirtschaftet werden
können. Andernfalls wären die Aktionäre besser bedient,
wenn sie die Gewinne ihres Unternehmens als Dividende
ausgezahlt bekommen und sich somit selbst nach einer lukrativen
Reinvestitionsmöglichkeit umsehen können.
Wie haben sich also die von
einem Unternehmen einbehaltenen Gewinne verzinst? Welchen
zusätzlichen Wert hat das Management für seine Aktionäre
aus den einbehaltenen Gewinnen geschaffen? Genau bei diesen Fragen
verhält sich das Management entweder rational oder irrational. Als
Richtwert sollten sich die von einem Unternehmen einbehaltenen und
für seine Eigentümer reinvestierten Geldmittel in den
darauffolgenden zehn Jahren mit mindestens 15% verzinsen.
Rechenbeispiel:
Die von Warren Buffett
geführte Holding Berkshire Hathaway
erzielte
im Geschäftsjahr 1997 einen Gewinn von 1.542 $ je Aktie. Da das
Unternehmen keine Dividende zahlt und somit den gesamten Gewinn
einbehält, wurden diese 1.542 $ Gewinn von Berkshire Hathaway
für
seine Aktionäre reinvestiert. Das gleiche geschah mit allen im
Zeitraum von 1998 bis 2006 von Berkshire erwirtschafteten Gewinnen.
Über den gesamten 10-Jahres-Zeitraum von 1997 bis 2006 wurde damit
ein
kumulierter Gewinn in Höhe von 33.072 $ je Aktie vom Unternehmen
einbehalten.
Im Geschäftsjahr 2006
hat Berkshire Hathaway einen Gewinn je Aktie von 7.144 $ erzielt.
Gegenüber dem Gewinn des Jahres 1997 bedeutet dies einen
Zusatzertrag von
exakt 5.602 $ je Anteil. Dieser Mehrertrag resultiert
ausschließlich aus der vollstängigen Reinvestition aller im
Zeitraum von 1997 bis 2006 erwirtschafteten Gewinne. Das bedeutet, dass
Berkshire Hathaway auf seine einbehaltenen Gewinne in den letzten 10
Jahren eine Rendite von 16,9% (5.602 : 33.072 = 0,169) erzielt
hat.
Die 1-$-Prämisse
Sofern das Management
sein Ziel - die langfristige
Steigerung des Aktionärsvermögens - erreicht hat, wird sich
dies in einem erhöhten Börsenwert des Unternehmens
wiederspiegeln. Bereits Benjamin
Graham stellte fest, dass sich der Aktienmarkt kurzfristig wie eine
Abstimmungsmaschine, aber langfristig wie eine Wertermittlungsmaschine
verhält. Sofern ein Unternehmen seine Gewinne über lange
Zeiträume unproduktiv einsetzt, wird der Markt die Aktien dieser
Gesellschaft entsprechend schlecht bewerten. Aber auch das Gegenteil
ist zutreffend. Werden die Gewinne eines Unternehmens profitabel
reinvestiert, reflektiert sich dies in einem höheren Aktienkurs.
Gemäß Warren
Buffett muss daher jeder Dollar einbehaltener Gewinne zu mindestens
einem Dollar zusätzlichen Marktwert führen. Eine
Überprüfung anhand der Ergebnisse von Berkshire Hathaway
zeigt, dass dies im zuvor betrachteten 10-Jahres-Zeitraum von 1997 bis
2006 gelungen ist. Im Jahr 1997 lag der durchschnittliche Berkshire
Hathaway Aktienkurs bei 40.900 $. Der entsprechende Wert des Jahres
2006 betrug 99.900 $. Somit haben die von Berkshire Hathaway
einbehaltenen Gewinne von insgesamt 33.072 $ zu einer Erhöhung des
Marktwertes um 59.000 $ je Aktie geführt. Aus jedem Dollar
einbehaltener Gewinne wurden damit 1,78 $ (59.000 : 33.072). Damit hat
Berkshire Hathaway auch diesen Test erfüllt.
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