|
Berkshire Hathaway besitzt
Aktienpakete, die nur einen Buchteil des Grundkapitals der hinter
diesen Aktien stehenden Gesellschaften repräsentieren.
Andererseits befinden sich eine Vielzahl von Unternehmen in
vollständigem Besitz von Berkshire. Aus diesem Grund sind die von
Berkshire Hathaway berichteten Jahresüberschüsse ein wenig
passender Maßstab für den wirtschaftlichen Erfolg des
Unternehmens. Die Ursache ist, dass der von Berkshire Hathaway
ausgewiesene Gewinn zum Teil nur die Dividenden beinhaltet, die an
Berkshire ausgeschüttet werden. Diese Dividenden machen aber
normalerweise nur einen kleinen Teil der Gewinne aus, die auf Berkshire
Hathaway als Eigentümer entfallen.
Um eine Darstellung zu wählen, die der ökonomischen
Wirklichkeit näher kommt, als die berichteten
Jahresüberschüsse, benutzt Warren Buffett das Konzept des
sogenannten wirtschaftlich konsolidierten Gewinns (englisch:
Look-Through-Earnings). So wie Berkshire Hathaway sie berechnet,
bestehen diese aus (1) den operativen Gewinnen der Unternehmen, die
sich im vollständigen Besitz von Berkshire Hathaway befinden, plus
(2) dem Anteil an den einbehaltenen operativen Gewinnen wichtiger
Beteiligungen, die sich nach GAAP Buchführung nicht in Berkshires
Gewinnen niederschlagen, abzüglich (3) einer Rückstellung
für Steuern, die Berkshire zahlen würde, wenn diese
einbehaltenen Gewinne der Beteiligungen an Berkshire Hathaway
ausgeschüttet worden wären. Dabei sind operative Gewinne so
definiert, dass alle Anpassungen aufgrund der Konsolidierung, wie auch
Kapitalerträge und andere größere nicht wiederkehrende
Positionen nicht berücksichtigt werden.
Somit gelangt Warren Buffett zu Berkshires Look-Through-Earnings, deren
"Gewinnrealität" sich von den allgemein anerkannten
Rechnungslegungsprinzipien unterscheidet, dafür aber einen
besseren Maßstab für das wirtschaftliche Wohlergehen von
Berkshire Hathaway darstellen.
"Welchen Wert einbehaltene Gewinne
für Berkshire Hathaway haben, hängt nicht davon ab, ob wir
100, 50, 20 oder 1% des Unternehmens besitzen, in dem sie
erwirtschaftet werden. Der Wert dieser einbehaltenen Gewinne wird
vielmehr dadurch bestimmt, wofür sie verwendet werden, und von dem
Gewinn, der daraus entsteht."
Für den Privatanleger
ist es ausreichend, wenn dieser die Look-Through-Earnings einfach
dadurch berechnet, indem er den ausgewiesenen Gewinn je Aktie mit der
Anzahl der vom ihm gehaltenen Anteile multipliziert und diese
Beträge für alle seine Beteiligungen aufaddiert. Das Ziel
sollte sein, ein Aktiendepot zusammenzustellen, dessen wirtschaftlich
konsolidierter Gewinn im Laufe der Jahre wächst.
|