Geldanlage mit Investmentfonds

Wer Anteile an Investmentfonds kauft, sollte sich nicht ausschließlich auf seinen Bankberater verlassen. So ermittelt das Deutsche Aktieninstitut regelmäßig, welche Jahresrenditen Sie mit DAX-Aktien erzielen konnten. Beispielsweise waren es im Zeitraum von 1948 bis 2007 durchschnittlich 12,5% im Jahr, wohlgemerkt wenn Sie vor 59 Jahren einfach eine Investition getätigt und sich anschließend nicht mehr darum gekümmert hätten.

Das Deutsche Aktieninstitut hat ein vollständiges Renditedreieck zusammengestellt. Darin können Sie jedes Jahr seit 1948 das Ankauf- beziehungsweise Verkaufsjahr auswählen. Das Gesamtergebnis dieser Berechnungen: Über ausreichend lange Vergleichszeiträume hat der Deutsche Aktienindex dem Anleger eine durchschnittliche prozentual zweistellige Jahresrendite geliefert.

Sollte man von den Fondsmanagern der Investmentfonds Branche nicht erwarten, dass sie besser sind als der DAX, einem einfachen Kursbarometer? Nun, sie sind es in der Regel nicht und das hat eine Reihe von Gründen. Noch bevor ein Fonds die erste Aktie von dem Geld des Anlegers gekauft hat, ist schon ein nennenswerter Teil der Anlagesumme weggeschmolzen. So wurde unter dem Stichwort Ausgabeaufschlag bereits ein happiger Kostenbeitrag kassiert.

Ausgabeaufschlag und Verwaltungsgebühren

Der Ausgabeaufschlag ist eine Art Eintrittsgebühr, die Sie der Fondsgesellschaft zahlen müssen, wenn Sie Geld in einem ihrer Fonds anlegen wollen. Ein anderes Wort ist Aufgeld oder Agio. Ausgabeaufschläge liegen in Deutschland normalerweise zwischen 4 und 6%. Mit einem Fonds, der beispielsweise einen Ausgabeaufschlag von 5% berechnet, liegen Sie als Anleger schon einmal genau um diesen Prozentsatz falsch.

5%, das klingt nach sehr wenig. Aber in Wirklichkeit wird der Anlagebetrag gleich zu Beginn heftig reduzieren. Wer 10.000 EUR in den Fonds einzahlen will, legt noch einmal 500 EUR Aufnahmegebühr dazu. Oder er nimmt in Kauf, dass diese Gebühr gleich von den 10.000 EUR abgezogen wird.

Wohin fließen diese hohen Ausgabeaufschläge? Sie werden zwischen der vermittelnden Bank und der Fondsgesellschaft aufgeteilt. Die Institute begründen den Ausgabeaufschlag mit sogenannten Beratungs- und Vertriebskosten, die vom Fonds bezahlt werden müssen.

Diese Kosten, die gleich beim Kauf der Fondsanteile anfallen, sind der erste schwere Schlag auf die Rendite, von der sie sich auch während einer langen Anlagedauer nicht erholen wird. Ausgabeaufschläge lassen sich heute allerdings sparen, da Direktbanken aber inbesondere auch Fondsvermittler ihren Kunden Fonds mit bis zu 100% Rabatt auf den Ausgabeaufschlag anbieten.

Obendrein werden jährlich sogenannte Verwaltungsgebühren fällig, typischerweise zwischen 0,5 und bis zu 2% des Fondsvermögens. Diese Gebühren sehen die Fondsanleger aber nicht unbedingt als Minuspositionen auf dem Jahresauszug. Stattdessen ziehen die Fondsverwalter sie direkt vom Gesamtvermögen „Ihres“ Fonds ab.

Die Total Expense Ratio (TER)

Einige Investmentgesellschaften langen bei ihren Kunden kräftiger zu, als andere. Wer Preise und Leistungen vergleichen will, muss zunächst einmal wissen, wie viel er bezahlt. Bei Fonds ist aber oft gar nicht bekannt, was neben dem Ausgabeaufschlag dem Anlegervermögen jährlich entnommen wird. Daher fallen zu hohe Fondskosten kaum ins Auge, zumal die Performance nach Abzug aller internen Ausgaben berechnet wird. Als Maßstab für die laufende Gebührenbelastung dient die Total Expense Ratio (TER).

Diese Größe fasst alle Aufwendungen zusammen. Enthalten sind der jährliche Betrag für das Fondsmanagement, Depotbankgebühren, Zahlungen an externe Berater und auch schon einmal Kosten für Vertrieb und Marketing. Die TER sollte in der Regel nicht mehr als zwei Prozent ausmachen. Dabei bezieht sich ihre Berechnung auf bereits abgeschlossene 12-Monats-Zeiträume. Anleger sollten hohe interne Kosten nur dann akzeptieren, wenn die Leistung stimmt und Indizes sowie vergleichbare Aktienfonds geschlagen werden.

An dieser Vorgabe muss sich ein Investmentfondsmanager stets messen lassen. Eine der für den Anleger empfehlenswertesten Methoden ist allerdings die regelmäßige Geldanlage in einen Indexfonds. Da Indexfonds nicht aktiv gemanagt werden, sondern nur rein mechanisch einen Renten- oder Aktienindex abbilden, liegt ihre jährliche Gebührenbelastung in der Regel nur bei 0,5 bis 0,6%. Darüber hinaus existieren auch börsengehandelte Indexfonds, in die der Anleger investieren kann.

Diese werden auch als Exchange Traded Funds (ETF) bezeichnet und werden wie Aktien gehandelt. Exchange Traded Funds vereinen somit die Vorteile von herkömmlichen Indexfonds und Indexzertifikaten.