Private Altersvorsorge mit Aktien

Die Zeiten ändern sich
Der folgende Beitrag ist aus dem Jahr 2007. Die dargestellten Fondsrenditen sind somit nicht mehr aktuell.

Sparmaßnahmen innerhalb der staatlichen Budgets führen zu Kürzungen der Pensions- und Sozialleistungen, sodass die private Altersvorsorge immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukte wie Basisrente, Betriebsrente oder Riesterrente haben eine Gemeinsamkeit. Die Aufwendungen für diese Produkte lassen sich heute von der Steuer absetzen. Im Gegenzug werden die künftigen Rentenzahlungen mit Steuersätzen belegt, die aller Voraussicht nach deutlich unter dem gegenwärtigen Steuersatz des Anlegers liegen. Aus diesem Grund eignen sich die zur privaten Altersvorsorge angebotenen Produkte vorrangig als Steuersparmodelle für Spitzenverdiener.

Normalverdiener sollten sich angesichts des wachsenden Bedarfs an privater Altersvorsorge daher nicht ausschließlich auf die staatliche geförderten Altersvorsorgeprodukte konzentrieren, da auf diese Weise die vermögensbildende Kraft des Zinseszins verlorengeht. Die Ursache dafür ist, dass diese Produkte hauptsächlich in festverzinsliche Wertpapiere (Anleihen) investieren, deren Erträge prinzipiell aus Bargeldzahlungen bestehen. In einer Welt dauerhafter Inflation, durch die unser Geld von Jahr zu Jahr an Wert verliert, sind festverzinsliche Kapitalanlagen für den langfristigen Vermögensaufbau ungeeignet.

Bei einem Vergleich der langfristigen Wertentwicklung verschiedener Anlageklassen haben Aktien über sämtliche Zeiträume, über die sich die private Altersvorsorge erstreckt, die mit Abstand beste Rendite erzielt. Dagegen haben Geldmarktprodukte den geringsten Ertrag erzielt. Dies wird vom Bundesverband Investment und Asset Management e.V. (BVI) bestätigt, der die durchschnittlichen Renditen der verschiedenen Fondsprodukte miteinander verglichen hat.

Rendite von Aktien-, Renten-, Geld- und Immobilienfonds
Quelle: BVI Statistik per 31. März 2007

Das oberste Ziel der privaten Altersvorsorge sollte das Erreichen einer möglichst hohen durchschnittlichen jährlichen Rendite sein. Warren Buffett verglich den damit verbundenen Mechanismus mit einem Schneeball, den man nach dem Formen einen Hang hinunter rollt. Sofern der Schnee ein wenig klebt, bleibt zu Beginn nicht viel, doch je weiter man den Hang hinunter kommt, sehr viel mehr neuer Schnee an ihm haften. Mit fortschreitender Dauer sind diese Zuwächse enorm. Zur Illustration dient das folgende Rechenbeispiel.

Ausgangspunkt sind jeweils monatliche Sparraten von 250,– Euro, die über einen Zeitraum von 35 Jahren angelegt werden. Sofern die Sparleistungen mit 4% – das entspricht in etwa der momentanen Höhe der Umlaufrendite, welche die durchschnittliche Rendite aller in Umlauf befindlichen festverzinslichen Wertpapiere repräsentiert –  verzinst werden, verfügt der Anleger am Ende der Laufzeit über ein Kapital in Höhe von 226 Tsd. Euro. Wird das Geld dagegen am Aktienmarkt angelegt und eine durchschnittliche jährliche Rendite von 7% unterstellt, führen die monatlichen Sparraten von 250,– Euro zu einem Endkapital von 430 Tsd. Euro. Die darin enthaltenen Zinseinnahmen in Höhe von 325 Tsd. Euro übersteigen bereits das Gesamtkapital aus Beispiel 1. Außerdem müssen in dieses noch die eigenen Sparleistungen im Wert von insgesamt 105 Tsd. Euro eingerechnet werden.

Daher eignen sich für die private Altersvorsorge insbesondere Indexfonds, über die der Anleger mit geringen Verwaltungsgebühren an den weltweiten Chancen der Aktienmärkte teilnehmen kann.